„Ich bin mit Leib und Seele Gemeindepfarrer“, sagt Kai Tilgner (53), der in der evangelischen Kirchengemeinde zum 1. September die Nachfolge von Silvia Johannes angetreten hat. Noch stapeln sich die Umzugskisten im Pfarrhaus im Jasminweg, wo der Geistliche sich mit seiner Frau Petra und Tochter Maike einrichten wird. Einige Kartons stehen auch noch in Schopfheim, wo Tilgner zuletzt rund 15 Jahre tätig war.

Das könnte Sie auch interessieren

„In der Regel wird man als Pfarrer von der Landeskirche nach zwölf Jahren gefragt, ob man sich nicht mal neu orientieren möchte“, erzählt er. Er wollte allerdings abwarten, bis Tochter Maike ihr Abitur abgeschlossen hatte. „Das war für uns der ideale Zeitpunkt für einen Wechsel.“

Gottesdienst am 6. Oktober

Am Sonntag, 6. Oktober, um 16 Uhr wird er mit einem Gottesdienst in der Auferstehungskirche feierlich in sein Amt eingeführt. Schon am kommenden Sonntag wird Tilgner seine ersten regulären Gottesdienste halten – in der Auferstehungskirche (9.30 Uhr) und anschließend im Paul-Gerhardt-Haus (11 Uhr).

Ein Glücksfall für die Gemeinde

Vor dem Hintergrund der Personalsituation in der Badischen Landeskirche ist Kai Tilgner ein Glücksfall für die Gemeinde in Überlingen, die schon seit sechs Jahren als Gruppenpfarramt organisiert ist. Gründe, an den Bodensee zu kommen, gab es mehrere für den gebürtigen Weinheimer, der als Kleinkind in Dortmund lebte und später in Mannheim seine gesamte Schullaufbahn absolvierte.

Das könnte Sie auch interessieren

Denn Konstanz kennt Tilgner noch von seinem Lehrvikariat. Damals hat er den See schon schätzen gelernt. Und an seinem bisherigen Arbeitsplatz hatte er früher schon viel Kontakt zu Regine Klusmann und Andreas Bücklein, die als Pfarrer und Religionslehrer in Rheinfelden tätig waren.

Wir kannten uns von der Schule

„Wir kannten uns vom dortigen Bezirkskirchenrat und von der Schule“, erinnert sich der neue Pfarrer. Beste Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit auch in Zukunft. „Ich arbeite sehr gerne im Team“, sagt Kai Tilgner. Er ergänzt: „Und zwar nicht nach dem Motto: Macht ihr mal.“ Regine Klusmann, die zur Hälfte Dekanin des Kirchenbezirks Überlingen und zur Hälfte Pfarrerin ist, weiß dies zu schätzen, und hatte den Kollegen nach Ausschreibung der vor einem knappen Jahr vakant gewordenen Stelle zu einer Bewerbung motiviert.

Recht schnell einen Pfarrer gefunden

Wie sich die Zeiten ändern. Als Tilgner sich nach seinem Studium in Heidelberg und München bei der Landeskirche um eine Stelle beworben hatte, kamen auf sechs Vakanzen mehr als 40 Bewerber. Heute kann sich die evangelische Kirchengemeinde glücklich schätzen, recht schnell einen Pfarrer gefunden zu haben. Nachdem er zuletzt in Schopfheim auch viele Verwaltungsaufgaben zu erledigen hatte und zudem als Berater tätig war, freut sich der Geistliche, sich hier wieder mehr Gewicht auf Gemeindearbeit und Seelsorge legen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Die bunte Mischung an verschiedenen Gottesdiensten schätzt Kai Tilgner ebenso wie die ökumenische Arbeit mit den anderen Konfessionen. Von seinen ersten Tätigkeiten bringt er viel Erfahrung in der Jugendarbeit mit. Gemeinsam mit den Kollegen will er Strategien entwickeln, um junge Menschen noch stärker für Gemeinde und Kirche zu interessieren.