Jede Menge engagierte junge Menschen im gesamten Dekanat Linzgau haben an der bundesweiten Sozialaktion des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) teilgenommen. Frei nach dem Motto „Uns schickt der Himmel“ schafften Jugendliche aus Überlingen, Lippertsreute, Salem, Frickingen, Meersburg und in der ganzen Region von Freitag bis Sonntag Nachhaltiges für das Gemeinwohl. Sie schreinerten, renovierten, pflanzten Blumen oder legten komplett neue Wege und Plätze an.

Jugendlounge für das LGS-Gelände

Die 25 Überlinger Teilnehmer um Sascha Schweitzer beteiligten sich im wahrsten Sinne des Wortes konstruktiv an der Landesgartenschau (LGS). In ihren Jugendräumen haben sie eine Lounge für junge Leute gestaltet. Ihrer Konstruktion legten sie die von LGS und Jugendreferat im Winter abgefragten Wünsche der Überlinger Jugend zugrunde. Herausgekommen sind mobile Sitzgelegenheiten, Unterstände und eine Graffitiwand. Am Sonntagnachmittag gab es Gelegenheit, das Geschaffene erstmalig im Uferpark aufzubauen. Allerdings wird „ihre“ Jugendlounge anschließend wieder abgebaut. Sie soll erst im Landesgartenschaujahr 2020 dauerhaft installiert werden.

Die „Katholische Jugend Überlingen“ hat es geschafft: Sitzgelegenheiten, Unterstände und eine Graffitiwand stehen. Die verschiedenen Bestandteile gehören zu einer Jugendlounge für den Uferpark während der Landesgartenschau.
Die „Katholische Jugend Überlingen“ hat es geschafft: Sitzgelegenheiten, Unterstände und eine Graffitiwand stehen. Die verschiedenen Bestandteile gehören zu einer Jugendlounge für den Uferpark während der Landesgartenschau. | Bild: Martina Wolters

Die Überlinger 72-Stunden-Crew war schon zum fünften Mal dabei und setzt sich zusammen aus Pfadfindern, Ministranten, Zeltlager- und Hauslagergruppe. Die Gruppe ist unter dem Namen „Katholische Jugend Überlingen„ aktiv. Die Mitglieder freuen sich laut Projektkoordinator, dass sie wieder viel Hilfe aus der Bevölkerung und von Firmen aus der Umgebung bekommen haben.

Ministranten gestalten für Kindergarten

Mächtig ins Zeug gelegt haben sich die rund 60 Ministranten aus der Pfarrei Salem-Heiligenberg. Mit Landschaftsbaumeister Marc Flesch pflasterten sie Verbindungswege und eine neue Terrasse als Außenspielgelände für den Neufracher Kindergarten. Dem Gartenspielhaus verpassten die Kids innen und außen einen bunten Anstrich. Sogar eine neue Inneneinrichtung konnten sie einkaufen.

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Dafür kochten sie Eintopf und Apfelmus und verkauften das Selbstgekochte auf dem Bauernmarkt. Der Erlös soll nach Abzug der Materialkosten an die Einrichtung gehen. Dass der Gewinn für den Kindergarten möglichst hoch ausfällt, dafür haben Spenden von Aushub über Steine bis hin zu Brötchen, Kuchen und Geld gesorgt.

Wenn viele Hände Hand anlegen, geht die Arbeit ruckzuck, finden die Ministranten aus Neufrach, Mimmenhausen, Beuren, Stefansfeld, Weildorf und Heiligenberg.
Wenn viele Hände Hand anlegen, geht die Arbeit ruckzuck, finden die Ministranten aus Neufrach, Mimmenhausen, Beuren, Stefansfeld, Weildorf und Heiligenberg. | Bild: Martina Wolters

Nur an die Koch-Lebensmittel zu kommen, war für die Minis schwierig, da die Supermärkte keine übrigen Lebensmittel abgeben durften. Ansonsten zeigten sich die Leiterinnen Mira Eckart, Antonia Hans, Anna König und Benedikta Straßer begeistert von der geleisteten Arbeit. Das Jungvolk habe so schnell geschafft, dass sie viel schneller vorangekommen seien, als gedacht. „Wir waren am Samstag so schnell fertig, dass es fast schon langweilig war“, scherzte Luna, die emsig das Gartenhäusle strich. Zwischendurch konnten sie daher die eine oder andere Spielpause einlegen für die Mitmachenden.

Neue Wege entstehen um Wallfahrtsstätte

50 helfende Hände der Lippertsreuter Jugend haben sich rund um die Wallfahrtsstätte „Maria im Stein“ nützlich gemacht. Weibliche und männliche Helfer zwischen 14 und 30 Jahren erneuerten 30 Treppenstufen in Richtung der Steinhöfe. Außerdem legten sie einen komplett neuen Weg von der Aach hoch zur Marienwallfahrtsstätte an. Als „große Herausforderung“ bezeichnete Organisator Manuel Dillmann den Transport von Arbeits- und Baumaterial. Rüttler, Bagger und Zelt mussten per Traktor über den durch Regenfälle angestiegenen Fluss gebracht werden. Acht bis zehn Stunden war die Gruppe täglich im Einsatz.

Die Lippertsreuter Katholische junge Gemeinde ist mit Freude dabei und lobt den Teamgeist sowie die nachhaltige Projektwirkung. Von links: Lea, Anna-Lena, Tobias, Fabian, Loretta, Manuel H., Lisa S., Manuel D. und Lisa K.
Die Lippertsreuter Katholische junge Gemeinde ist mit Freude dabei und lobt den Teamgeist sowie die nachhaltige Projektwirkung. Von links: Lea, Anna-Lena, Tobias, Fabian, Loretta, Manuel H., Lisa S., Manuel D. und Lisa K. | Bild: Martina Wolters

Auch einen Gottesdienst und einen Kuchenverkauf haben die jungen Menschen organisiert. Die gute Laune behielten die Ministranten bei und sicherten sich auch noch acht neue Mitglieder. „Teamgeist und Gemeinschaft bringen das Miteinander für einen guten Zweck ein“, fand Teilnehmerin Lisa. Dillmann hält das umgesetzte Projekt für „sinnvoll und nachhaltig“ gleichermaßen. Schließlich profitierten sowohl die Gemeinde als auch die vielen Pilgerwanderer davon. Sein Dank galt seinem Team der anrainenden Familie Maier für den Morgenkaffee sowie den Bäckereien, Metzgern und der Sparkasse für ihre Unterstützung.

Jugendliche bringen Bildstock zum Strahlen

Viel Trubel hat am Wochenende an der Ecke Daisendorferstraße/Von Laßbergstraße geherrscht. Unter der Regie von Giorgia Zanti wuselten 15 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren vor dem in die Jahre gekommenen Bildstock herum. Mit Gartenscheren und Gießkanne sorgten sie zunächst für freie Sicht auf den eingewachsenen Heiligenstock und Blühendes rundherum. Schreiner Thomas Schmäh nahm sich der eingeschlagenen Scheibe an und Malermeister Markus Waibel belieferte die Jugendlichen mit Farbenmaterial.

Meersburgs Ministranten bringen den ramponierten Bildstock an der Ecke Daisendorferstraße/Von Laßbergstraße wieder auf Vordermann.
Meersburgs Ministranten bringen den ramponierten Bildstock an der Ecke Daisendorferstraße/Von Laßbergstraße wieder auf Vordermann. | Bild: Martina Wolters

Beherzt griffen sie zum Pinsel, um das religiöse Kleindenkmal wieder zum Strahlen zu bringen. Die fehlende Marienfigur steuerte Pfarrer Matthias Schneider bei. Pastoralreferent Alexander Ufer hatte ein waches Auge auf die Aktion und half beim Transport von Material.

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Die 16-jährige Hannah nahm zum zweiten Mal an der 72-Stunden-Aktion teil. „Es ist ein tolles Projekt, weil wir anderen eine Freude machen können und es nicht immer nur um einen selbst geht“, resümierte sie. Giorgia Zanti war die Projektteilnahme ein Anliegen, weil „mir wichtig ist, dass sich die Jugend in der Kirche engagiert“.

Neue Bänke, Grillhütte und Insektenhotels

Gleich mehrfach im Einsatz war die Frickinger Katholische junge Gemeinde binnen der 72 Stunden. Rund 60 Jugendliche im Alter zwischen neun und 21 Jahren konnte das Leitungsteam um Achim Stengele für die Sozialaktion motivieren. Zusammen mit Schreiner Markus Allweier baute eine Gruppe Bänke für den Frickinger Apfelrundweg und pflasterte die Plätze rundherum. Die Grillhütte in Verlängerung der Schützenstraße erstellte ein anderes Helferteam bis auf das Grundgerüst komplett neu. Um die Hütte herum lasen sie Müll auf und zupften Unkraut.

Insektenhotels, Grillhüttenrestauration und vieles mehr stand auf dem Programm der Frickinger Katholischen jungen Gemeinde.
Insektenhotels, Grillhüttenrestauration und vieles mehr stand auf dem Programm der Frickinger Katholischen jungen Gemeinde. | Bild: Martina Wolters

Beim Benvenut-Stengele-Haus fertigte ein weiteres Team Insektenhotels in verschiedenen Größen. Drei große Insektenkästen mit Ausmaßen von zwei mal zwei Meter sind für Frickingen und die Ortsteile Altheim und Leustetten gedacht. Möglichst viele kleine Kästen wollten die Jugendlichen ebenso errichten und zusammen mit einem großen bei der Abschlussfeier versteigern.

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Naturerhalt und Nachhaltigkeit waren laut Raphael Carli von der Leitungscrew ein großes Anliegen bei den gestalteten Aktionen. “Es ist schön, zu sehen, wie viele Kinder sich von sich aus sozial engagieren und Spaß haben“, so Carli.