Mit Kranzniederlegungen auf dem Friedhof hat am gestrigen Volkstrauertag die Stadt Überlingen gemeinsam mit dem Ortsverband Überlingen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräbervorsorge (VDK) insbesondere der Toten der beiden Weltkriege gedacht. Mit dabei war auch die Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die vom diesjährigen Pflegen von Kriegsgräbern in Bulgarien berichtete, und eine Abordnung der Stadtkapelle Überlingen.

Oberbürgermeister Jan Zeitler sagte, dass die Stadt Überlingen, aber auch das ganze Land das Gedenken brauche, um die Erinnerung daran wachzuhalten, „welche Lehren wir Deutsche aus unserer Geschichte gezogen haben, und um diese Lehren wieder zu beherzigen“.

Tag für Tag daran arbeiten

Er appellierte daran, Tag für Tag daran zu arbeiten, dass es überall auf der Welt bei einem „Nie wieder“ bleibe. Dabei erinnerte der Oberbürgermeister an das Gedicht „Über einen Davongekommenen“, den der in diesem Jahr verstorbene Schriftsteller Günther Kunert vor 60 Jahren geschrieben hatte. Zeitler: „Auch wenn ein Blick in die Welt viel Leid zeigt, ist es an uns, jeden Tag für dieses Ziel zu arbeiten.“

Eckhard Schulz, Ortsbeauftragter des VDK, erinnerte daran, dass der VDK seit 100 Jahren dafür arbeite, die Gräber der deutschen Kriegstoten zu pflegen und zu erhalten. Der Volkstrauertag stehe in Gedenken an die vielen Toten der Kriege, „zugleich aber auch in der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft und friedliche Nachbarschaft“.

Jugendliche pflegen Soldatenfriedhöfe

Hubert Gobs und die Schülerin Elisabeth Lang von der Gewerbeschule berichteten von einer diesjährigen internationalen Jugendbegegnung: Unter dem Motto „Arbeit für den Frieden“ hatten 21 junge Menschen Soldatenfriedhöfe bei Sandanski im Südwesten von Bulgarien gepflegt. Elisabeth Lang sagte: „Die Soldaten sind sehr jung gestorben. Es ist traurig, dass sie ihre Träume nicht mehr verwirklichen konnten.“

Auch auf dem Seefelder Friedhof fand vor dem Ehrenmal eine Gedenkfeier statt, an der auch Soldaten der Patenkompanie aus Stetten am kalten Markt und die Feuerwehr teilnahmen und die vom Musikverein Mühlhofen und dem Evangelischen Kirchenchor musikalisch umrahmt wurde.