Lars Höllerer, der bekannte Mundmaler aus Überlingen, hat im Rahmen des Internationalen Bodensee-Clubs (IBC) zum ersten Mal eine Ausstellung in der Galerie Gunzoburg eröffnet. „Das Leben ist schön … oder … wie man bunte Seifenblasen zertreten kann!“ heißt das Motto der Ausstellung. Der 46-jährige Künstler ist seit einem Motorradunfall 1991 vom Hals abwärts gelähmt.

Clubvorsitzender Kornelius Ott stellte ihn als Menschen vor, der eine ungeheure Vorstellungskraft besitzt, die in seinen Bildern in großer Farbenfreude und Lebensbejahung zum Ausdruck kommt.

Statt einer Laudatio präsentierte die Vorsitzende der Sektion Bildende Kunst im IBC, Silvia Jungmann, den Maler im Gespräch vor einer sehr großen Besucherschar. In der Rehaklinik in Tübingen hatte er zum ersten Mal mit dem Pinsel im Mund zu malen versucht. Zunächst malte er autodidaktisch, dann besuchte er die freie Kunstschule in Mühlhofen beziehungsweise Überlingen. Mittels einer magnetisch steuerbaren Staffelei kann er durch Blickimpulse das werdende Bild in alle vier Himmelsrichtungen bewegen. Er arbeite oft bis zu fünf Stunden an einem Bild, weshalb sein Hals so stark geworden ist, dass unter dem Schal ein Stiernacken verborgen sei, meinte er humorvoll. Der Pop-Art-Künstler James Rizzi ist ein Vorbild für seinen Malstil. Doch malt er auch gern Landschafts- und Weihnachtsbilder und „wenn ein netter Akt vorbeikommt, dann auch das gern“, sagte er verschmitzt. Christliche Motive liegen ihm am Herzen, denn der Glaube ist ihm wichtig und schenke ihm Lebensfreude. Er hat darüber hinaus Kindergeschichten geschrieben und Kinderbücher gemalt. Bei Besuchen in Kindergärten zeige er den Kindern, wie man mit dem Mund malen kann.

Seit 1999 ist Höllerer Mitglied in der Vereinigung der Mund- und Fußmaler, was er als großen Glücksfall bezeichnet, weil er dadurch finanziell unabhängig von staatlicher Hilfe ist. Die Vereinigung sorgt für die Verwertung der Postkarten und Kalender und trifft sich einmal im Jahr in Potsdam. Auf der Liste seiner 28 ausgestellten Bilder hat er zehn als unverkäuflich gekennzeichnet, „weil ich mich von manchen Werken nicht trennen kann“, sagte Lars Höllerer.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar geöffnet. An den Sonntagen 14. und 28. Februar ist der Künstler von 14 bis 18 Uhr selbst anwesend