Wie groß auch ein kleiner Garten sein kann, beweist Elisabeth Engelen mit ihrem Grün, das die eigene Doppelhaushälfte umschließt. Noch ein anderer Spagat gelingt ihr sehr gut. "Das ist ein sehr geordneter Garten", erklärt Engelen fast entschuldigend zu dem perfekt wirkenden Pflegezustand. "Doch hier gibt es viele Blütenpflanzen für Insekten und auch Vögel fühlen sich wohl", sagt die Gartenfreundin und verweist auf ein durchdachtes Konzept. "Ich habe die Pflanzen so ausgewählt, dass sie nacheinander blühen." Zum Zeitpunkt des kleinen Rundgangs blühen reichlich Hortensien und Phlox, Rittersporn und Ringelblumen – und die Seerosen.

Im Teich blühen die Seerosen

Denn Platz haben hier am Rand des Rasens nicht nur jede Menge Blütenpflanzen, ein Futterhaus und ein Nistkasten für Vögel, sondern auch ein schöner Teich, auf dem sich gerade die ersten Seerosenblüten geöffnet haben. Unter deren Blättern können sich die Fische flugs verstecken, wenn der Graureiher mal wieder im Anflug ist. Von den Goldfischen gönnt Engelen dem gefräßigen Langschnabel sogar manches. "Die bekommen recht viel Nachwuchs und der Reiher hält die Population quasi in Balance", sagt sie. Etwas Wehmut ist allerdings dabei, wenn mal ein Koi verschwunden ist. Doch meist sind die edlen Karpfen zu clever und tauchen rechtzeitig ab. Eine hohe Bambuswand bildet quasi die Kulisse für das Kleingewässer, macht aber selbst der passionierten Gartenarbeiterin manchmal mehr Arbeit, als ihr lieb ist.

Eigene Tonskulpturen bewachen das Kräuterbeet.
Eigene Tonskulpturen bewachen das Kräuterbeet. | Bild: Hanspeter Walter

Am Futterhaus kann sie von der Liege aus bisweilen beobachten, wie Hausspatzen den Nachwuchs füttern oder wie Meisen manchmal in das bunte kleine Haus schlüpfen. "Gebrütet haben sie dieses Jahr offensichtlich nicht", ist Elisabeth Engelen etwas enttäuscht. Dafür war eine einsame Kröte zu Besuch am Teich, die allerdings auch keinen Nachwuchs hinterlassen hat. Es sei denn, die Fische hätten den Laich gleich verspeist.

Boden erst einmal austauschen und gute Erde ausbringen

Der Garten hatte die Engelens am Anfang viel Mühe gekostet, nachdem sie vor 18 Jahren hier eingezogen waren. "Wir mussten den Boden erst einmal austauschen und gute Erde ausbringen", erinnert sich die Gartenfreundin, die heute mit biologischem Dünger dafür sorgt, dass von den dicht stehenden Blütenpflanzen keine zu kurz kommt. Schon verblüht sind der weiße Flieder, der duftende Jasmin oder die japanische Strauchpfingstrose, die ihre ganze Pracht in kurzer Zeit verschwendet. "Doch es sind wunderbare Blüten", freut sich Elisabeth Engelen und beweist dies flugs mit einem Foto auf dem Smartphone.

Doch hier ist der Garten mehr als Grün und Natur. Denn er bietet zugleich eine ideale Kulisse für die Skulpturen, die Elisabeth Engelen binnen zwei Jahrzehnten selbst aus Ton gestaltet hat. Hinter dem Teich lugt eine Dame aus dem Grün, eine Fantasiefigur blickt neben dem Liegestuhl über das Wasser und oben an der Gartentreppe hält der ausdrucksvolle Kopf einer Bulldogge Wache. Allerdings hat vor ihr nicht einmal der verspielte und zutrauliche junge Rauhaardackel Leo großen Respekt. Wo man hinblickt, steht hier Kunst im Garten und gibt der Anlage einen ganz besonderen Charakter. "Das ist mein großes Hobby und ich mache das schon seit 20 Jahren", sagt Elisabeth Engelen, die es dank der Kurse von Maximiliane Creutzfeld zu beeindruckender Perfektion gebracht hat.

Hortensien, Kosmeen und Rittersporn blühen unter dem hübschen Vogelfutterhäuschen.
Hortensien, Kosmeen und Rittersporn blühen unter dem hübschen Vogelfutterhäuschen. | Bild: Hanspeter Walter

Schön linear, doch sehr üppig grünt das Kräuterbeet mit Rosmarin, Thymian, Estragon und Liebstöckel unweit der Küche direkt neben dem Hauseingang, der quasi von einer eigenen Skulptur mit dem Fernglas in den Fokus genommen wird. Einer Videoüberwachung bedürfen die Engelens kaum, denn wer hier auf die Türklingel drückt, fühlt sich schon aus Richtung Garten beobachtet genug – und aus dem Augenwinkel wirkt Dame aus Ton recht natürlich.

Das gefiederte Fantasiewesen hat Elisabeth Engelen selbst getöpfert.
Das gefiederte Fantasiewesen hat Elisabeth Engelen selbst getöpfert. | Bild: Hanspeter Walter

Elisabeth Engelens Gartensteckbrief

  1. Wie heißen Ihre Lieblingspflanzen?
    Das habe ich in diesem Sinne eigentlich keine. Doch ganz besonders gefallen mir die japanische Strauchpfingstrose, die rötlichen Hortensien und der leuchend-blaue Rittersporn.
  2. Was gefällt Ihnen nicht an der Gartenarbeit?
    Mir macht fast alles Freude. Unangenehm ist nur, wenn ich unseren großen Bambus wieder einmal ausschneiden muss. Das ist sehr mühsam. Vor allem, wenn ich dann die vielen vertrockneten Blätter von unserem kleinen Teich absammeln muss.
  3. Was ist günstig, was eher teuer in Ihrem Garten?
    Günstig sind die einjährigen Pflanzen, die ich regelmäßig neu setze. Im Vergleich teuer sind die größeren Bäumchen wie Thuja und Zypressen, vor allem aber auch die stetige Pflege des Teiches.