OB-Kandidatin Sabine Becker kündigte vergangene Woche "als Konsequenz aus dem Wahlergebnis" zwar an, die Platanenallee vorerst nicht fällen zu lassen, um "verantwortlichen Gesprächen" mit der Bevölkerung nicht vorzugreifen. Sie selbst führe jedoch nur Gespräche innerhalb des Rahmenplans, teilte sie in dieser Woche auf ihrer Facebook-Seite mit. Becker: "Das bedeutet: Im Februar werden die Bäume gefällt, wenn ich wiedergewählt werden würde."

Würde es solche Gespräche mit Jan Zeitler geben? Auf SÜDKURIER-Anfrage teilte er mit: "Ein Festhalten an den Maximalforderungen mit vollumfänglichem Erhalt der Platanenallee und der Trockenmauer seitens der BÜB lässt aufgrund der bestehenden Beschlusslage keine Kompromisslösung zu. Sollte die BÜB jedoch bereit sein, dies anzuerkennen und von den formulierten Maximalforderungen ablassen, bin ich gerne bereit, über gemeinsame Bürgerprojekte zu diskutieren, die die Ideen der BÜB für die Landesgartenschau angemessen berücksichtigen." Zeitler weiter: "Ausdrücklich weise ich daraufhin, dass die bestehende Beschlusslage auch den Rahmenplan umfasst."

OB-Kandidat Klaus Kirchmann antwortete am Freitag auf SÜDKURIER-Anfrage: "Meine Position hat sich von Anfang an nicht verändert: Ich werde mich für eine erfolgreiche Landesgartenschau einsetzen, die uns allen Freude macht und von der wichtige Impulse für die Stadtentwicklung ausgehen. Dazu gehört, mit den Menschen zu sprechen und den aktuellen Streit um die Platanenallee zu schlichten. Wenn ich das Amt am 1. Februar übernehme, werde ich gehalten sein, die bestehende Beschlusslage umzusetzen. Ich werde aber auch prüfen, welcher Spielraum für Kompromisse oder weitere Planung bleibt. Und dazu möchte ich das Gespräch mit allen Beteiligten suchen."

Becker schrieb auf ihrer Facebook-Seite: "Die Ankündigung, die Platanenallee nicht während meiner Amtszeit fällen zu lassen, soll nur dazu führen, dass meine Mitbewerber die von ihnen den Bürgern zugesagten Gespräche auch führen können." Dazu Jan Zeitler: "Es wirkt auf mich befremdlich, dass eine Mitbewerberin angebliche Zusagen meinerseits verbreitet, die es so nie gegeben hat."