Manche Hundebesitzer schütteln über diese Entscheidung einfach nur den Kopf, andere jedoch reagieren mit Wut. Wenn am 23. April 2020 die Landesgartenschau in Überlingen losgeht, sind Vierbeiner dort nicht gestattet. Einzige Ausnahme sind Begleithunde. Das hat Edith Heppeler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, bestätigt. Das Verbot gelte für alle umzäunten Ausstellungsorte, die Eintritt kosten. Diskutiert wurde das Zutrittsverbot bereits in den sozialen Medien. Dass die Tiere zuhause bleiben müssen, ist mittlerweile jedoch gängige Praxis bei Landesgartenschauen. „Bisher hat der Großteil der Besucher das Hundeverbot geschätzt“, sagt Edith Heppeler.

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Die Ausstellungsorte sollen ein „geschützter Raum“ sein, in dem es weder Fahrräder noch Hunde geben werde. So solle eine familienfreundliche Atmosphäre geschaffen werden, in der Kinder frei herumlaufen könnten. Eine Leinenpflicht reiche da nicht: „Auch Hunde an der Leine sind letztlich ein Gefahrenpotenzial für Kinder“, sagt Edith Heppeler.

Sie ärgert sich über das Hundeverbot. Friederike Fischer mit Hündin Kama aus Überlingen.
Sie ärgert sich über das Hundeverbot. Friederike Fischer mit Hündin Kama aus Überlingen. | Bild: Judith Brouwers

Das Verbot soll außerdem dafür sorgen, dass es zu weniger Verunreinigungen im Gelände kommt. Laut dem Veranstalter sei es eine Besonderheit der Landesgartenschauen, dass sich jeder Besucher auf alle Wiesen- und Sandflächen setzen könne. Das gehe aber nur, wenn es keine liegengelassenen Kothaufen gebe. Die Haltung der Landesgartenschau GmbH ärgert Hundeliebhaber: „Jeder Halter kann doch eine Tüte mitnehmen“, sagt Hundebesitzer Egon Hartleb aus Sigmaringen. Das sieht die Überlinger Hundehalterin Friederike Fischer ähnlich: „Das ist mir völlig unverständlich. Es gibt nur wenige, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes liegen lassen.“ Anders beurteilt das Tanja Winschel aus Bodman. Sie kann das Hundeverbot teilweise nachvollziehen. Sie beobachte oft, dass Tierhalter die Ausscheidungen ihres Hundes nicht ordnungsgemäß mit Kotbeuteln aufsammeln.

Für sie wäre eine Leinenpflicht akzeptabel. Tanja Winschel mit Hund Asco aus Bodman.
Für sie wäre eine Leinenpflicht akzeptabel. Tanja Winschel mit Hund Asco aus Bodman. | Bild: Judith Brouwers

Notlösung: Hundeboxen

Kontrolliert wird am Einlass: Damit Besucher gar nicht erst mit Tier anreisen, soll das Verbot auf den Flyern öffentlich gemacht werden. Für diejenigen, die trotzdem mit ihrem Haustier kommen, wird es Hundeboxen geben. Dort können Besucher ihre Vierbeiner während des Aufenthalts auf der Landesgartenschau abgeben. Die Tiere werden in der Zeit mit Wasser versorgt, auch Futter können die Besitzer dalassen. Ein ehrenamtlicher Helfer soll nach Angaben von Pressesprecherin Petra Pintscher regelmäßig nach den Hunden sehen.

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Wie groß die Boxen sein werden und wie genau sie aussehen werden, ist derzeit noch unklar. Nach Aussagen der Landesgartenschau GmbH sollen sie aber tierschutzgemäß sein. Ihren Hund Kama dort abzugeben, ist für Friederike Fischer undenkbar: „Ich würde meinen Hund nie in eine Box stecken. Kama ist aus dem Tierheim und sehr ängstlich.“ Ähnlich sieht das Tanja Winschel: Für weit Hergereiste seien die Boxen zwar eine gute Lösung, für ihren eigenen Hund würde sie das aber nicht in Betracht ziehen: „Asco ist zu anhänglich, der würde die ganze Zeit jaulen.“

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Für Edith Heppeler ist der Ausschluss von Hunden auch im Interesse des Tierhalters: „Die Landesgartenschau ist ein Großereignis. Man tut den Hunden nichts Gutes, wenn man sie mitbringt.“ Anders beurteilt das Hundebesitzer Egon Hartleb. Wenn sein Hund Oskar nicht mitkommen darf, wird er auch nicht zur Landesgartenschau gehen.