Nun ist es amtlich: Die Stadt verzichtet auf den Bau eines Höhenstegs im Sankt-Johann-Graben (im Volksmund auch Ochsengraben genannt). Grund sind Bedenken des Denkmalamtes, nach deren Aus es nicht gelungen sei, einen Ersatz zu schaffen. Das teilte OB Jan Zeitler im Gemeinderat mit. Bis zuletzt hätten er und andere das Projekt persönlich "und mit hohem Einsatz bis zum Regierungspräsidenten" beworben.

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Zugeständnisse an Eigentümer

Es wundere ihn nicht, sagte Zeitler, dass auch mit dem Grundstückseigentümer keine Einigung erzielt werden konnte, "wenn schon nicht alle Behörden die Chancen erkennen". Der Eigentümer habe seine "berechtigten Interessen" gewahrt. Doch betont Zeitler, dass man ihm "weitreichende Zugeständnisse" gemacht habe.

Auch Veranstaltungsbühne gestrichen

Zugleich verzichtet die Stadt auf den Bau einer Veranstaltungsbühne am oberen Ende des Grabens. Oswald Burger (SPD-Gemeinderat) sagte, dass dort ein wichtiger Standort fürs Stadtspiel im Jubiläumsjahr 2020 geplant gewesen sei, doch habe er schon eine Idee für einen alternativen Standort. Im mit 1000 Quadratmetern kleinsten Ausstellungsbereich, so die LGS GmbH in einem Pressetext, waren ein Handwerkermarkt, ein Beitrag des Denkmalamtes und "ein schöner Wechselflor oder eine vertikale Begrünung" vorgesehen.

Nachdem klar ist, dass der Höhensteg nicht kommen wird, müssen sich die Planer um Marianne Mommsen, Roland Leitner und Jan Zeitler andere Wege finden, um den Ochsengraben zu durchqueren. Karikatur: Stefan Roth
Nachdem klar ist, dass der Höhensteg nicht kommen wird, müssen sich die Planer um Marianne Mommsen, Roland Leitner und Jan Zeitler andere Wege finden, um den Ochsengraben zu durchqueren. | Bild: Stefan Roth

Invest-Plan für LGS neu berechnet

Geld, das bislang für die Neugestaltung des Seesportplatzes und für den Bau eines Höhenstegs im Sankt-Johann-Graben eingeplant war, rund 830 000 Euro, wird in das Projekt "Grünvernetzung" investiert. Damit ist der Umbau der Menzinger Gärten, die Öffnung des Rosenobelgartens und die Erneuerung der Villengärten gemeint. Der Gemeinderat erteilte in der Sitzung am Mittwoch dem neuen Investitionsplan seine Zustimmung.

Die genannten Projekte zählen nicht als originäre LGS-Projekte, sondern als städtische Angelegenheit. Eben diese Projekte waren bislang nicht im Haushalt hinterlegt, das Projekt Seesportplatz aber sehr wohl, und zwar im mittelfristigen Finanzplan der Stadt für das Jahr 2021, wie LGS-Geschäftsführer Roland Leitner erklärte. Ralf Mittelmeier (Freie Wähler) begrüßte die Grünvernetzungs-Projekte, sie seien für ältere Bürger ein Gewinn. Er hakte nach, ob mit der Umschichtung der Sportplatz-Umbau, "ein Projekt für die jungen Überlinger", gestorben sei. OB Jan Zeitler: "Wir werden es fortschreiben", die Summe bleibe im mittelfristigen Finanzplan stehen, "schlechtestenfalls als Merkposten, bestenfalls wird es umgesetzt". Neben der Umschichtung stimmte der Gemeinderat einer Erhöhung der Investitionskosten für LGS-Projekte in Höhe von 634 000 Euro zu. Das Geld fließt zum Beispiel in den Parkplatzbau an der Bahnhofstraße und die Gestaltung der Flächen an der Silvesterkapelle. Es handle sich, so Leitner, um Projekte, die bisher nicht im Plan und Budget der LGS enthalten gewesen seien.