Mit "Sekt an the City" beginnt heute, Samstag, ein achtwöchiges Kulturfestival. Drei Akteure haben sich hier zusammengefunden: Reinhard A. Weigelt startet mit "Kultur am Kapuziner"; dazwischen tritt die "Kleine Oper am See" um Isabelle Marquardt auf die Bühne; Simeon Blaesi schließt mit dem "Sommertheater", einer Kooperation mit dem Theater Wangen, diese Reihe ab.

Hiobsbotschaft im Dezember

Das Programm stand im Dezember fest. Zeitgleich hatte die Stadtverwaltung damals bekannt gegeben, dass die Veranstaltungen in der Kapuzinerkirche nicht stattfinden würden – denn das denkmalgeschützte Gebäude ist einsturzgefährdet. Wie Weigelt und Blaesi gestern bei einem Termin vor Ort nicht ohne Stolz mitteilten, sei es ihnen im engen Zusammenwirken gelungen, innerhalb weniger Monate eine neue Lokalität aufzutun, die sogar in Funktionalität und bezüglich des Sicherheitskonzepts den Kapuziner überrage: Ein Pavillon mit Doppeltverglasung und luftgepolstertem Dach, in dem die Publikumstribünen aus der Kapuzinerkirche aufgestellt werden können, und das eine Bühnenhöhe erreicht, mit dem das volle Programm abgespielt werden kann. Der Pavillon verfügt außerdem über Kühlanlagen, so dass der heiße Sommer an diesem Ort kein Schweißtreiben erzeugen dürfte.

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Win-Win-Situation

Schweißtreibend war für die Kulturmacher eher die Mitteilung der Stadt im Dezember, dass das alte Gemäuer einsturzgefährdet sei. Zunächst, so Blaesi und Weigelt, hätten sie jeder für sich nach überdachter Terrasse und/oder Zelt gesucht. Bis Weigelt beim Markdorfer Zeltverleih "Fetscher" vorsprach und dort von einem Glaspavillon schwärmte, der die mobilen Veranstaltungsorte bisheriger Größe weit überrage. "Das Manhattan-System, das kennt hier keiner." Fetscher habe sich dazu ermuntern lassen, diesen Kulturpavillon anzuschaffen, und weil er im Werben um weitere Mieter quasi ein Ausstellungsstück benötigt, habe auch Fetscher Interesse daran, dass der Pavillon im Überlinger Badgarten steht. Wie Weigelt sagt, bestehe dieses Interesse über das Festival hinaus. Er könne sich vorstellen, dass diverse Veranstalter in Überlingen diese Location gerne mieten würden. Mit dem Stichwort "Pflanzenhaus", für das die Stadt derzeit Angebote einholt, schwebt Weigelt eine weitere Nutzungsmöglichkeit vor.

Doch zu welchem Preis?

Wie Blaesi gestern sagte, liege der Listenpreis für einen vergleichbaren Pavillon und einer Nutzungsdauer von acht Wochen bei 50 000 bis 70 000 Euro. Sie hätten so einen hohen Preis aber nicht zahlen können. Welchen genau sie berappen, verrieten die beiden Veranstalter nicht. Nur so viel, dass zu den 18 000 Euro, die die Stadt für die Zeit während des Sommertheaters bezahlt, ein Betrag kommt, den Weigelt für sein Kulturfestival aufbringt. Weigelt: "In acht Wochen ist das Programm hier beendet. Entweder wir bauen dann ab – oder auch nicht."