Im Fall der Messer-Attacke auf einen jungen Mann in der Überlinger Spitalgasse hat das Konstanzer Amtsgericht jetzt ein Urteil im Strafmaß der gefährlichen Körperverletzung gesprochen. Der Haupttäter, ein Heranwachsender, soll in der Gasse nahe der Innenstadt am Freitagabend, 23. Februar, mit einem Klappmesser auf einen damals 22-Jährigen eingestochen haben. Das Jugendschöffengericht sah den Vorwurf nach der Beweisaufnahme als bestätigt an und verhängte eine Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten.

Ein zweiter minderjähriger Angeklagter, der bei dem Angriff mit dem damals 20-jährigen Täter unterwegs war, wurde nicht verurteilt. Er spiele bei der Attacke eine untergeordnete Rolle, sagt Franz Klaiber, Vorsitzender Richter und Direktor des Amtsgerichts Konstanz. Teile der Verhandlung standen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Vorfall nach Massenschlägerei

Der Vorfall hatte sich im Februar nach einer Massenschlägerei am Zentralen Omnibusparkplatz (ZOB) an der Wiestorstraße ereignet. Eine Gruppe von etwa 30 Jugendlichen war damals in Streit geraten, nach Eintreffen der Polizei hatten sich die Jugendlichen zerstreut. Hochaggressiv, unter Einfluss von Alkohol stehend und gewaltbereit: So beschreibt Franz Klaiber den Zustand des späteren Täters.

Das könnte Sie auch interessieren

Nach einer vorherigen Attacke auf unbeteiligte Jugendliche traf dieser mit seinem Begleiter in der Überlinger Spitalgasse auf das spätere Opfer und dessen Freund. Zwischen den Gruppen gibt es laut Richter Franz Klaiber keine persönliche Vorbeziehung. Bei der Auseinandersetzung zückte der Täter ein Klappmesser und verletzte den 22-Jährigen mit einem Stich in der Nähe des Oberkörpers. Er musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Lebenswichtige Organe seien nicht verletzt worden, sagt Klaiber.

Im Rahmen der Fahndung konnte die Polizei die beiden Tatverdächtigen ermitteln. Die beiden Angeklagten sind nicht vorbestraft. Das Urteil des Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung des jungen Mannes, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, legte nach dem Urteil Berufung ein.