Etwa 50 Zuhörer erlebten am Dienstagabend im Überlinger Kursaal traditionelle jüdische Musik aus Osteuropa, die heute noch zu Festen und Hochzeiten gespielt wird, wie auch vor langer langer Zeit. Im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Bodensee 2018 begrüßte Peter Stiefel, Vorsitzender der Synagogengemeinde Konstanz, die Überlinger Zuhörer und die Gruppe "KlezBanda".

Nicht nur zu hören war die Klezmermusik. Jossif Gofenberg, der Leiter von "KlezBanda" forderte alle Zuhörer auf, mitzusingen und am Schluss mitzutanzen. Bei dieser schwungvollen und rhythmischen Musik, mal fröhlich, mal melancholisch blieb niemand ruhig auf seinem Platz sitzen. Der Rhythmus musste einfach mitgeklatscht werden, Refrains mitgesungen werden.

Tanzende Zuhörer beim Auftritt der Gruppe "KlezBanda" im Überlinger Kursaal.
Tanzende Zuhörer beim Auftritt der Gruppe "KlezBanda" im Überlinger Kursaal. | Bild: Cornelia Lenhardt

Klezmermusik entstand in Osteuropa: Wandermusiker zogen von Schtetl zu Schtetl (Dorf, Städtlein oder Stadtteil) und spielten zu Festen und Hochzeiten auf. So verbreiteten sich mit den Musikern verschiedenste Stile aus verschiedensten Regionen und Ländern, wurde in verschiedensten Sprachen gesungen: jiddisch, hebräisch, russisch, griechisch, deutsch und auch englisch in der modernen Klezmermusik.

Für die entsprechenden Arrangements der Lieder und Stücke und die Leitung sorgte im Überlinger Kursaal Jossif Gofenberg mit Akkordeon und Stimme, Stanislav Tim mit virtuosem Geigenspiel, Eduard Scharlak bot mit seinem E-Bass das Fundament. Und nicht zuletzt gab es da noch Anna Metaxa mit ihrer warmen vollen Mezzosopran-Stimme und ihren grazilen Tanzeinlagen. Ob das fröhliche Lied "Yidl mitn fidl" oder das melancholische "Papirosn", der Schlager "Bay mir bistu sheyn" – jedem Stück gab sie mit ihrer Stimme eine eigene Schattierung.

Potpourri aus Liedern und Witzen

Neben den "Freylekhs" – fröhliche Instrumentalstücke – unterhielt "KlezBanda" mit einem Potpourri von Walzern oder Tangos und jüdischen Witzen, die Jossif Gofenberg in seiner eigenen verschmitzten Art dem Publikum präsentierte. Die Zuhörer waren von diesem Stück jüdischer Lebensart begeistert und sangen und tanzten gerne mit.