Ganz unbekannt ist ihr das Arbeitsfeld in der Mensa nicht. Als Mitarbeiterin mehrerer bisheriger Anbieter kennt Giuseppina Ramos das Gymnasium schon recht gut, ab morgen kocht sie in der Küche der Realschule selbst das Mittagessen für beide Schulen. Nach der jüngsten Ausschreibung der Stadt hatte Ramos den Zuschlag für Gymnasium und Realschule bekommen. Die Wiestorschule wird wie bisher von der Firma Appetito versorgt, das Salemer K5 Catering bedient die drei städtischen Kinderhäuser.

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„Kinder brauchen kein ‚cook and chill‘“

Einen Bezug zu den Schulen hat Giuseppina Ramos aus Owingen auch über ihre Kinder. Ihr Sohn Antonio hat am Gymnasium sein Abitur gemacht, Tochter Fatima kommt jetzt in die achte Klasse. Als Schülermutter weiß sie auch, was die Sprösslinge gerne essen. „Kinder brauchen kein ‚cook and chill‘, sie brauchen keine gefrorenen Speisen“, sagt Ramos und setzt auf täglich frisch zubereitete Gerichte. Am Donnerstag gibt es Lasagne, Kartoffelgratin mit Brokkoli für Vegetarier, auf Wunsch Salat und Dessert.

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Aus der Küche der Realschule in beide Mensas

Sie kocht in der Küche der Realschule, die 2006 mit Fördergeldern gebaut und vielen Ambitionen eröffnet worden war, zuletzt jedoch nur noch der Aufbereitung und Ausgabe des angelieferten Essens diente. Von hier wird das tägliche Gericht auf kurzem Weg auch in die Mensa des Gymnasiums gebracht. „Es ist doch schade, dass es hier so eine tolle Küche gibt und keiner nutzt sie“, betont Ramos und verspricht: „Ich werde mir hier große Mühe geben, dass die Schüler ein gutes Essen bekommen.“

Gaststätten- und Cateringerfahrung

Giuseppina Ramos bringt viel Erfahrung mit. Seit sie 1996 aus Italien gekommen ist, war sie stets in der Gastronomie tätig. Von 2009 und 2015 betrieb sie die Gaststätte im ehemaligen Einkaufszentrum Burgberg. Dann unterstützte sie die Catering-Firmen bei der Essensausgabe im Gymnasium. „Der Kontakt zu Lehrern und Schülern hat mir damals viel Freude gemacht“, erinnert sie sich. Zuletzt betrieb sie ein Jahr lang das Henkerbergstüble im Owinger Gewerbegebiet. Dort gewann sie viele Stammkunden.

Salz, Pfeffer, Paprika statt Geschmacksverstärker

„Ich wollte aber immer an die Schulen zurückkommen“, sagt sie: „Ich habe große Freude an der Arbeit hier und koche mit großer Begeisterung.“ Als Mutter hat sie auch Verständnis für die Familien und deren Wunsch nach einem preiswerten Essen. Wie will sie den Spagat zwischen der gewünschte hohen Qualität des Essens und einem moderaten Preis hinbekommen? „Ich werde frisches Gemüse und frische Salate kaufen“, sagt sie, „und vielleicht hätte ich noch gerne einen Pizzaofen.“ Im Übrigen bereite sie alles selbst zu und benötige allenfalls Hilfskräfte. „Die Kinder bekommen ein frisches Essen, wie zuhause.“ Sie betont: „Ich benutze keinerlei Geschmacksverstärker. Höchstens Salz, Pfeffer und Paprika.“

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So funktioniert die Essensbestellung für die Schüler

Ganz unkompliziert will sie die Bestellungen handhaben. „Ich lege an beiden Schulen eine Liste aus, wo sich die Schüler am Vortag eintragen können“, sagt die neue Köchin. Nachzügler will sie auch noch bis 9 Uhr morgens annehmen. Ramos: „Ich koche sowieso immer ein bisschen mehr.“

Elektronisch geht dagegen die Bezahlung. Die Schüler bekommen eine Chipkarte, die sie bei ihr aufladen können. Beim Abholen des Essens wird der fällige Betrag abgebucht. Das geht auch bei einer Butterbrezel während des Kioskbetriebs, der hier fast noch wichtiger ist. Mittagessen waren es bis vor Kurzem nur 200 pro Monat in den weiterführenden Schulen. Giuseppina Ramos nimmt dies als Herausforderung, wie sie sagt.