Wie unterscheidet sich die Amtsführung im Rathaus im Vergleich der 70-er Jahre zu heute? Das ist eine der Fragen beim nächsten "Gemischten Doppel" am Montag, 23. April, 19 Uhr, im Wohnstift Augustinum (Mühlenstraße). Die Talkreihe wird von SÜDKURIER und Augustinum gemeinsam organisiert. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Gäste diesmal sind der frühere (Ober-)Bürgermeister Reinhard Ebersbach und sein Nach-Nach-Nachfolger Jan Zeitler.

Beide Rathauschefs sind Mitglied der SPD. Ebersbach trat erst ein Jahr vor seiner Wahl der SPD bei. Ihm gelang damals ein politischer Coup. Wie er den Amtsinhaber von der CDU, Anton Wilhelm Schelle, aus dem Amt kegelte, ist legendär. Ebersbach trägt sie bis heute so vor, dass es für seine Zuhörer ein Genuss ist. Welche Rolle spielte damals ein neuer Dienstwagen, den Schelle in sicherer Erwartung seiner Wiederwahl bereits bestellt und im Bauhof geparkt hatte? Ebersbach wird beim "Gemischten Doppel" Gelegenheit erhalten, diesen amüsanten Teil der Überlinger Stadtgeschichte zu erzählen. Zu den größten Leistungen seiner Amtszeit zählt der Bau des Ufersammlers, auf dem erst die heutige Uferpromenade entstehen konnte. Doch ist die Baugeschichte mit der Art, wie heute Politik gemacht wird, nicht vergleichbar. Und so wird sich bei dem Podiumsgespräch die logische Frage an Amtsinhaber Jan Zeitler richten, wie mühevoll es ist, eigene Überzeugungen im Gremium durchzubringen. Überhaupt: Wie viel Sozialdemokratie kann sich ein Oberbürgermeister heute noch leisten angesichts der leeren Kassen?

Die bisherigen Gäste beim Gemischten Doppel: Die Biologen Roland Hilgartner (Affenberg) und Johannes Fritz (Waldrappprojekt) sowie Organistin Melanie Jäger-Waldau und Orgelbauer Josef Raffin.  Am 23. April: Reinhard Ebersbach und Jan Zeitler (Moderation Stefan Hilser)