Gemeinsam kochen und dann gemeinsam genießen, was kann Menschen besser zusammenbringen? Das steckt hinter der Idee eines Running Dinner, bei dem die Teilnehmer von Küche zu Küche und von Haus zu Haus ziehen, um hier eine Vorspeise, dort das Hauptgericht und schließlich ein Dessert zu genießen und dabei miteinander ins Gespräch zu kommen.

Menschen einander näherbringen

Das war auch der Impuls von Margarita Popov vom Jugendmigrationsdienst des CJD und Andrea Lohmüller, die bei der Caritas Beratung für erwachsene Migranten macht. Wobei nur rund die Hälfte von ihren Klienten Geflüchtete sind, die andere Hälfte aus EU- und anderen Ländern einfach zugezogen sind, wie Lohmüller betont. Menschen einander näherzubringen, das war eine Intention dieser gemeinsamen Premiere von Caritas und CJD, die an verschiedenen Orten in Überlingen und Owingen stattfand.

Auf Arbeit aufmerksam machen

„Unsere Arbeit ist immer noch zu wenig bekannt“, nennt Margarita Popov vom Jugendmigrationsdienst noch ein anderes Ziel: „Daher wollen wir mit der Veranstaltung auf uns aufmerksam machen.“ Die Resonanz auf den Aufruf hielt sich zwar noch in Grenzen, doch kam mit den 20 Beteiligten eine bunte Mischung an Köchen zusammen, die sich gemeinsam ins Zeug legten – mit Wurzeln in Afghanistan, Syrien, Marokko, Eritrea und England.

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Und Raum ist in der kleinsten Küche. Dies lernten gleich zwei Kochteams in den Räumen des CJD. Während die 21-jährige Syrerin Rana Kerdieh, die demnächst in Meersburg ihr Abitur macht, mit Margarita Popov einen arabischen Grieß-Mandelkuchen zubereitet und flüssige Butter auf die Masse träufelt, köchelt nebendran bei Alexandra Braig, Daniel Gündüsch und Manuel Halder die eben pürierte Kürbissuppe. Neugierig beobachtet dies der junge Afghane Zia Ahmadzai, der anschließend mit seiner Gruppe am Schatzberg kochen wird.

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Der 20-Jährige, der zwei Vorbereitungsklassen an der Justus-von-Liebig-Schule absolviert hat, hat Glück und freut sich auf seinen Job bei Edeka Schmidt in Härlen. Auch Integrationsbeauftragte Elke Dachauer hatte sich eingeklinkt und im Torhaus eine improvisierte Kochstelle eingerichtet. Und am Ende schmeckte es allen.