Die Strafanzeige der Stadt gegen Dirk Diestel wegen Hausfriedensbruchs auf dem Gelände der Landesgartenschau 2020 kam in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch zur Sprache. „Die Anzeige muss meiner Meinung nach zurückgezogen werden“, erklärte Stadtrat Roland Biniossek (Linke): „Es sei denn, Sie hätten wirklich Beweise.“ Er halte dies für einen „unmöglichen Vorgang“, wenn man „wahrscheinlich gar nichts in der Hand“ habe.

Schon zuvor hatte Oberbürgermeisterin Sabine Becker am Rande der Sitzung erklärt, dass der Fachbereich von Bürgermeister Matthias Längin die Anzeige veranlasst habe. Längin wollte sich wegen des laufenden Verfahrens öffentlich nicht dazu äußern.

Er müsse „saumäßiges Glück“ gehabt haben, erklärte indessen Robert Dreher (FWV/ÜfA) über sich mit Blick auf die Anzeige. Gott sei Dank habe er keine Zeit gehabt, einem interessierten Bekannten den bisherigen Campingplatz und das Gartenschaugelände zu zeigen: „Sonst hätte ich jetzt vielleicht auch eine Klage am Hals.“ Im Übrigen müsse man hier gar keinen Zaun übersteigen, da „ein großes Loch in der Hecke“ sei. Dreher: „Ich finde das auch überzogen.“

Dirk Diestel sieht sich mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs konfrontiert, weil er eine Aktion organisierte, in der mehrere Personen die zur Fällung anstehenden Bäume mit einem Trauerflor markierte. Ob er selbst dazu das Landesgartenschaugelände betrat, dazu äußert sich Diestel nicht.