Junge, angehende Handwerker sanieren derzeit gemeinsam mit ihren Ausbildern das ehemalige Gartenhäuschen in den „Villengärten“ der Landesgartenschau (LGS). Noch vor deren Eröffnung am 23. April soll das um 1900 errichtete Gebäude instand gesetzt sein. Es soll als Lesezimmer für die – temporäre – Open-Air-Bibliothek dienen, die demnächst an das Häuschen angesetzt und die Gartenschaubesucher mit Bodensee-Lektüre versorgen wird.

Kooperation zwischen Landesgartenschau und Kreishandwerkerschaft

Das Sanierungsprojekt entstand in Kooperation der LGS mit der Kreishandwerkerschaft, insbesondere Sebastian Schmäh von der Meersburger Firma Holzbau Schmäh, der die Arbeiten und beteiligten Firmen koordiniert, wie LGS-Geschäftsführerin Edith Heppeler hervorhebt. Beteiligt sind Zimmerer, Maurer, Stuckateure, Schreiner, Flaschner und Sanitärfachleute. Das Häuschen werde, natürlich unter Aufsicht der Denkmalpflege, wieder zu einem Kleinod, so Heppeler. Es wird behutsam instand gesetzt, so deckt man das Dach mit (neuen) Reformpfannen wieder so, wie es ursprünglich aussah.

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Zu den Arbeiten, die rund 90 000 Euro kosten, tragen, außer der Stadt, auch die Kreishandwerkerschaft, die Handwerkskammer Ulm und das Landesamt für Denkmalpflege bei.

Chance für Auszubildende alte Handwerkstechniken kennenzulernen

Das Schaffen an so einem Denkmal sei für die Azubis eine Chance, alte Techniken kennenzulernen und „ein Glücksgriff für die handwerkliche Ausbildung“, sagt Schmäh. Aber es sei auch eine gute Werbung fürs Handwerk und die Ausbildung in diesen Berufen, ergänzt Georg Betz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis.

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Was reizt Azubis an der Aufgabe? Leonhard Ressel, Azubi bei Schmäh, der schon der Restaurierung des Franziskanertors mitarbeitete, sagt: „Es ist abwechslungsreich, jedes Haus, jeder Tag ist anders. Wir arbeiten nicht im Akkord, sondern immer passgenau.“ Mario Lutz, der bei Holzbau Meßmer aus Überlingen lernt, meint: „Es ist cool, wenn man sieht, wie früher gebaut wurde.“ Im Maurerhandwerk habe sich gar nicht so viel verändert, sagt Thomas Straßer von der Salemer Firma Straßer. „Aber lose Gefache ausbauen und neu einsetzen, das ist spannend für uns.“