Nicht nur ganz Lippertsreute war gestern auf den Beinen, um dem in der Vorwoche im Alter von 56 Jahren verstorbenen Gastwirt Markus Keller die letzte Ehre zu erweisen. Auch Kollegen, Weggefährten und Freunde waren gekommen, sodass in der Pfarrkirche schon eine halbe Stunde vor Beginn die Plätze knapp wurden. Während die Gottesdienstbesucher zwischen tiefer Trauer und positiven Erinnerungen changierten, lächelte ihnen das Bild des Verstorbenen aus dem Chorraum entgegen.

Musikverein spielt „Forever young“ auf Wusch der Familie

Auch als der Musikverein am Ende des Gottesdienstes „Forever young“ spielte, das Lied, das schon zur Hochzeit mit seiner Frau Ruth erklungen war und das sich die Familie gewünscht hatte.

Pfarrer: „Das Leben kann so grausam sein“

„Warum, wieso, weshalb?“, formulierte Pfarrer Bernd Walter die Fragen, die sich auch die trauernde Familie stelle. „Das Leben kann so grausam sein.“ Der Glaube möge ihnen Hoffnung und Trost geben. Auch Kellers Landgasthof sei in gewisser Weise ein Ort der Seelsorge gewesen, sagte der Geistliche.

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Nachrufe von Musikern sowie Hotel- und Gaststättenverband

In Nachrufen erinnerte Florian Keller vom Musikverein Harmonie Lippertsreute an die Freude des leidenschaftlichen Gastwirts an der Musik. Selbst habe er zehn Jahre Tenorhorn und Tuba gespielt und sei stets ein großzügiger Förderer des Vereins gewesen. Für den Hotel- und Gaststättenverband und Slowfood sprach Kollege Andreas Liebich und würdigte den großen Einsatz für Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit.

Dank im Namen der 24-Stunden-Wanderer

Traudl Keßler und Edgar Riegger dankten ihm im Namen der 24-Stunden-Wanderer, denen er auf den zehn Touren durch die Region heimat- und naturkundliche, aber auch kulinarische Höhepunkte vermittelt habe.

Ortsvorsteher: „Am liebsten würde ich auf den Boden stampfen“

Ortsvorsteher Gottfried Mayer sprach auch im Namen von Stadtrat Oswald Burger als OB-Stellvertreter und Jürgen Jankowiak von der Marketing und Tourismus GmbH, in deren Aufsichtsrat sich Keller viele Jahre engagiert habe. „Am liebsten würde ich auf den Boden stampfen“, formulierte Mayer seine Emotionen. „Doch das Leben schafft Tatsachen.“ 20 Jahre habe sich der Gastwirt im Ortschaftsrat für sein Heimatdorf eingesetzt. Leider sei Markus Keller kein langes Leben beschieden gewesen, doch wenigstens ein erfülltes.