Überlingen (eni) Blauer Himmel und angenehme Temperaturen waren dem Frühlingsfest der Kaspar-Hauser-Schule Überlingen beschert, nachdem sich der April in den vergangenen Tagen mit Kälte und wechselhaftem Wetter verabschiedet hatte. Zum Einstieg zeigten Schüler quer durch alle Altersstufen ein abwechslungsreiches Programm mit kleinen Theater- und Musikstücken, bevor sich die Türen zum Garten weit öffneten und der Duft von Bratwürstchen und frischem Dinnele die zahlreichen Besucher nach draußen lockte.

Kinder und Erwachsene hatten viel Spaß bei abwechslungsreichen Mitmachangeboten, und dem opulenten Büffet mit selbst gebackenen Kuchen konnte wohl keiner entkommen. Höhepunkt des Nachmittags war das Maibaumsetzen. Gemeinsam zogen und wuchteten Lehrer und Schüler den geschmückten Baum nach oben. Eine fröhliche Runde feierte das Ereignis mit Kreistänzen um den Baum, begleitet von Akkordeonmusik.

Die meisten kannten wohl das Gebäude der Schule, andere Besucher bewunderten den aufgelockerten Baustil mit der großen, verglasten Kuppel im Treppenhausbereich, welcher derzeit auch als Aula genutzt wird, Lichtschächten auf den Gängen, kindgemäß gestalteten Klassenzimmern und farbenfrohen Bilder an den Wänden. Die Kaspar Hauser Schule ist eine Schule für Erziehungshilfe und Förderschule sowie Sonderberufsfachschule und arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Als Tagesschule konzipiert reicht ihr Einzugsbereich über den Bodenseekreis hinaus bis Sigmaringen und Konstanz.

Derzeit werden 91 Kinder in den Klassen 1-9 unterrichtet. Bei Klassenstärken um die zehn Schüler ist eine individuelle und nachhaltige Förderung gewährleistet. In einem Vorqualifizierungsjahr werden die Jugendlichen gezielt an die Arbeits- und Berufswelt herangeführt. Die an den Staatsschulen vorangetriebene Inklusion von Kindern mit Behinderung wird durchaus positiv gesehen. Rückläufige Schülerzahlen waren an der Kaspar-Hauser-Schule aber nicht zu beobachten. Häufig kommen Kinder auch aus den Staatsschulen zurück, wo Inklusion an ihre Grenzen stößt.