Die Stadträtin der BÜB+ nahm vor Kurzem einen Termin zur Besichtigung wahr, zu dem der Baubürgermeister Matthias Längin eingeladen hatte. Gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Dirk Distel, Lothar Thum von den Freien Wählern und CDU-Stadtrat Günter Hornstein nahm sie das frisch renovierte Gebäude in Augenschein, entdeckte dabei aber einige Mängel.

Helferkreis packt an

„Das sehe ich als einzige Frau vor Ort vielleicht etwas anders als meine männlichen Kollegen, aber hier ist noch Handlungsbedarf“, erklärte Kristin Müller-Hauser. So lud sie vergangene Woche kurzerhand Monika Wieden-Biniossek und Zita Markos zum Mitmachen ein. „Gummihandschuhe, Eimer, Schrubber und hinterher zum Desinfizieren einen Schnaps“, versprach die Stadträtin ihrem Helferkreis. „Die Metallspinde sind noch entsetzlich schmutzig, die sind sowieso so schäbig, dass ich mir wünschte, wir könnten hier etwas Besseres besorgen“, sagte Kristin Müller-Hauser.

Bleibe soll sauber und ordentlich an die nächsten Bewohner übergeben werden

Zehn Matratzen erhält die Stadträtin als Spende vom Bettenhaus Held und Menke am Überlinger Franziskanertor. Angela Reisch, die Inhaberin, habe ihr sofort spontan diese Hilfe zugesagt und die Matratzen auch selbst geliefert, freute sich Müller-Hauser. Die Baracke beinhalte nun eine funktionale Küche sowie zwei Bäder. „Hier besteht allerdings Verletzungsgefahr, denn man kann sich beim Duschen den Kopf am Boiler ganz schön anschlagen“, bemängelte die Stadträtin. Ihr ist es wichtig, dass man die Bleibe an die nächsten Bewohner ordentlich und nicht dreckig übergibt, betonte sie.

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Die Frage, ob die Stadt denn plane, die Frauen der Nachbarbaracke in das frisch renovierte Gebäude umzuquartieren, um deren Behausung ebenfalls baulich zu verbessern, verneinte die Stadträtin. Ihr sei über ein solches Vorhaben nichts bekannt.

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Die Notunterkunft für wohnsitzlose Frauen an der Überlinger Füllenwaid weist, wie der SÜDKURIER mehrfach berichtete, viele Mängel auf. Zu nennen sind da beispielsweise Schimmel in den Duschen und verfaulte Bodendielen. Es sei jetzt doch erst einmal wichtig, zumindest einen Schritt nach vorne zu machen, sagte Kristin Müller-Hauser, die mit ihren Fraktionskollegen von der BÜB+ das Thema Notunterkünfte mehrfach an den Überlinger Ratstisch gebracht hat.

Saubere Räume für Menschen in Not

Grundsätzlich sei ihr völlig klar, dass auch die momentane Unterbringung der Frauen so nicht bleiben könne. Kristin Müller-Hauser kann sich eine Lösung nach Vorbild der Herberge in Friedrichshafen vorstellen, ist aber erst einmal froh darüber, dass die Stadtverwaltung nun die Renovierung einer der beiden Notunterkünfte abgeschlossen hat, wie sie betonte. Wenn Menschen in Not gerieten und hier strandeten, sei es doch wichtig, ihnen ein Grundgefühl der Behaglichkeit zu geben. Saubere Räume und gute Matratzen gehören für sie dazu, sagte Kristin Müller-Hauser, bevor sie sich wieder ans Werk machte.