Es war viel los beim Sommerfest im „Linzgau“, wie die sozialpädagogische Facheinrichtung Linzgau Kinder- und Jugendhilfe in Deisendorf abgekürzt oft genannt wird. Neben dem Auftritt der Band Tschäss Bräss, die für gute Stimmung sorgte, gab es viele Attraktionen, zum Beispiel Kinderschminken, Torwandschießen, Tanzaufführungen und Entenangeln. „Die Kinder freuen sich auf das Fest“, erzählte Mitarbeiterin Susanne Schulze. „Sie räumen freiwillig ihre Zimmer auf, damit es ordentlich für die Besucher aussieht.“

Entenangeln war eine beliebte Attraktion beim Sommerfest.
Entenangeln war eine beliebte Attraktion beim Sommerfest. | Bild: Petra Hofmann

Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 21 Jahren

Der organisatorische Leiter Roland Berner stellte die Arbeit der Einrichtung vor. „Wir betreuen Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 21 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in der Familie leben können. In den stationären Wohngruppen werden die Aufgenommenen Tag und Nacht betreut.“

Die Gruppenmitarbeiterinnen Anette Hanß und Anja Eulitz präsentieren von den Kindern gefertigte Anstecker.
Die Gruppenmitarbeiterinnen Anette Hanß und Anja Eulitz präsentieren von den Kindern gefertigte Anstecker. | Bild: Petra Hofmann

Im Rahmen der sozialen Gruppenarbeit ist ein Kinderroman entstanden

Des Weiteren gibt es noch die soziale Gruppenarbeit. An zwei Nachmittagen pro Woche üben die Kinder in kleinen Gruppen das soziale Miteinander. In diesem Rahmen wurde auch der Kinderroman „Die Linzgau-Bande – Abenteuer am Bodensee“ entwickelt, ein Gemeinschaftsprojekt von Kindern, Lehrerin Anne Bick und der Kinderbuchautorin Sonja Kientsch. Stolz zeigte Roland Berner das Buch, das durch einen Spendenlauf der Hermann-Auer-Grundschule finanziert wurde.

Ziel: Rückkehr zur Familie oder Beginn eines eigenständigen Lebens

„Unser Vorsatz ist es, Lösungen zu finden, dran zu bleiben und nicht aufzugeben“, erläuterte er. Das Ziel laute meist: Rückkehr zur Familie – oder, ab einem gewissen Alter, das selbstständige Leben in einer Wohnung.

Das könnte Sie auch interessieren

„Man unterschätzt die Zeit, die es braucht, um Veränderungen zu erreichen. Im Schnitt werden 1,7 Jahre veranschlagt“, so Roland Berner. Doch das reiche mitunter nicht aus, manchmal seien zwei Jahre oder mehr hilfreicher, weiß er aus Erfahrung.

Es sei immer wieder schön, wenn Ehemalige das Heim nach einiger Zeit wieder besuchen und ihm sagen: „Ich weiß, ich war schwierig, ich war ungenießbar, aber ihr seid dran geblieben.“

Weitere Informationen über die Linzgau Kinder- und Jugendhilfe: www.linzgau-kjh.de