Nachdenklich machen und das Bewusstsein schärfen will der Verein Friedensregion Bodensee mit der Kunstaktion „Goldene Nasen“, die von der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ vor drei Jahren erstmals vor dem Berliner Reichstag präsentiert worden waren. „Den Opfern Stimme – den Tätern ein Gesicht“, lautet der Slogan der Kampagne gegen die Waffenexporte aus Deutschland, die sich hier auf die überdimensionalen Nasen von Managern beschränkt, deren Firmen zumindest teilweise Rüstungsgüter produzieren.

Nasen bis Samstag an der Uferpromenade

Am Tag zuvor standen die Nasen noch in Lindau, bis morgen sind sie an der westlichen Uferpromenade zu sehen. 60 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht, davon 95 Prozent wegen Krieg und Gewalt, sagt Jürgen Grässlin von den Initiatoren der Aktion.

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„Bei manchen dauert es, bis der Groschen fällt“

„Bei manchen dauert es eine ganze Weile, bis der Groschen mit den ‚Goldenen Nasen‘ gefallen ist“, schmunzelt der Sipplinger Tim Günther von der Friedensregion nach den ersten beiden Stunden. Wie häufiger kommt auch beim aktuellen Gesprächspartner bald das Argument: „Wenn wir es nicht tun, tun es die anderen.“

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83 Prozent der Deutschen gegen Waffenexporte

Tim Günther sieht das als Herausreden aus der Verantwortung für das eigene Handeln und will dies nicht gelten lassen. 83 Prozent der Deutschen seien gegen Waffenexporte. „Manche stutzen, viele laufen mit Scheuklappen vorbei“, erklärt Mitstreiter Bernd Wipper aus Überlingen. „Viele wundert es aber auch, dass der Bodensee nach dem Atlas von Jürgen Grässlin die Region mit den meisten Rüstungsbetrieben ist“, sagt er.

Auch Claus Günther von Diehl Defence dabei

Die sieben goldenen Nasen gehören anatomisch zu ganz konkreten Namen. Zwar ist die Mehrzahl der symbolisch präsenten Rüstungsmanager inzwischen schon im Ruhestand. Noch nicht allerdings der Überlinger Claus Günther, Vorstandschef von Diehl Defence. Mittlerweile ist es fast vier Jahre her, dass er sich auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde der Diskussion mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh gestellt hat. Damals hatte Günther die Fortsetzung des Dialogs zugesagt.