Die Freien Wähler (FWV) und die ÜfA haben für ihren Neujahrsempfang, der dieses Mal im frisch umgebauten Firmensitz des Stadtwerks am See stattfand, immer "die Top-Locations". Das bemerkte auch der neue Oberbürgermeister Jan Zeitler, der die zahlreichen Gäste ebenso prägnant begrüßte, wie dies zuvor schon Siegfried Weber und Robert Dreher für die FWV und Lothar Thum für die ÜfA getan hatten. Seit der jüngsten Kommunalwahl bilden die beiden Gruppierungen eine Fraktionsgemeinschaft und noch dieses Jahr wollen sie sich komplett zusammenschließen. Wie das genau funktionieren könne, werde derzeit geprüft, sagte Dreher auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Beim Neujahrsempfang waren solche formellen Details aber kein Thema. Wie immer stand er unter dem Motto: "keine langen Reden, lieber miteinander reden." Auch Zeitler ermunterte die Gäste, darunter seine OB-Vorgänger Volkmar Weber und Reinhard Ebersbach sowie viele Stadträte unterschiedlichster Couleur: "Lassen Sie Ihre Gedanken schweifen." Auf großes Interesse stieß die Führung durchs rundumerneuerte Gebäude inklusive Technikzentrale durch Stadtwerk-Geschäftsführer Alexander-Florian Bürkle. Robert Dreher räumte vorab ein, dass die Räte manchmal noch Vorwürfe hörten, sie hätten "die SWÜ (Stadtwerke Überlingen) an den Hafen verkauft". Doch die Verhandlungen mit den Technischen Werken Friedrichshafen (TWF), so Dreher, "fanden auf Augenhöhe statt" und das Ergebnis könne sich sehen lassen. "Es hat sich viel verändert", stellte Dreher fest, "aber das Biotop SWÜ gäbe es heute auch nicht mehr." Demnächst solle auch der öffentliche Nahverkehr unter der Regie des Stadtwerks am See laufen. "Die Stadt spart dadurch unterm Strich", stellte Dreher in Aussicht.

Gut gelaunt beim gemeinsamen Neujahrsemfpang der Freien Wähler und der ÜfA im Überlinger Firmensitz des Stadtwerks am See zeigen sich die Spitzenvertreter der beiden Gruppierungen (von links nach rechts) Robert Dreher und Siegfried Weber (beide FW) sowie Lothar Thum (ÜfA). Bild: Sylvia Floetemeyer
Gut gelaunt beim gemeinsamen Neujahrsemfpang der Freien Wähler und der ÜfA im Überlinger Firmensitz des Stadtwerks am See zeigen sich die Spitzenvertreter der beiden Gruppierungen (von links nach rechts) Robert Dreher und Siegfried Weber (beide FW) sowie Lothar Thum (ÜfA). Bild: Sylvia Floetemeyer

Bürkle hob die lange Tradition der SWÜ und der TWF hervor, meinte, es sei gut, dass es diese beiden Mütter noch gebe, betonte aber: "Wir sind jetzt ein Unternehmen." Und dieses habe in Zukunft viel vor, als Stichworte nannte Bürkle etwa "Smart Home", erneuerbare Energien sowie E-Mobilität. Mit Letzterer wolle man demnächst richtig durchstarten. Das Stadtwerk werde künftig auch E-Fahrzeuge verkaufen. Mit dem neuen, erweiterten Kundenzentrum könne man noch mehr Beratung anbieten, gerade auch zu diesen neuen Geschäftsfeldern. Für die flexible, ortsunabhängige Arbeitswelt 3.0 sei man ebenfalls bestens gerüstet. Die Besucher zeigten sich beeindruckt und genossen anschließend das üppige Buffet, zu dem viele Spender beigetragen hatten. Die vierköpfige Band "Locomotion" sorgte für musikalische Unterhaltung.