Beim Neujahrsempfang der Freien Wähler und der ÜfA im "Café im Rathaus" nahmen rund 90 Besucher dessen Motto "keine langen Reden, lieber miteinander reden" beim Wort. Die Gäste, darunter OB Jan Zeitler und seine Vorgänger Volkmar Weber und Reinhard Ebersbach sowie Mitglieder des neuen Jugendgemeinderates, unterhielten sich rege und handelten damit ganz im Sinne der Erfinder.

Denn, sagte FW-Vorsitzender Robert Dreher, der mit seinem ÜfA-Kollegen Lothar Thum alle begrüßte, es handle sich um "keine hochpolitische Veranstaltung, mehr einen Gedankenaustausch".

Doch ganz ohne Politik ging es nicht zum Auftakt des Kommunalwahljahres 2019. FW und ÜfA, die seit 2014 im Rat eine Fraktionsgemeinschaft bilden und auch bei der kommenden Wahl wieder gemeinsam antreten, sind dafür laut Dreher und Thum gut aufgestellt. Die Liste sei bereits "ziemlich voll" und enthalte "querbeet" Kandidaten beider Gruppierungen, die man noch vor Fastnacht der Öffentlichkeit vorstellen werde. Nach der Wahl wollen FW und ÜfA dann ihren Zusammenschluss zu einer Wählervereinigung vollziehen.

Das Motto des Neujahrsempfangs gelte auch für die Politik, wandte sich Dreher vor allem an die Jugendgemeinderäte: "Wenn man nicht die absolute Mehrheit hat, muss man halt miteinander reden." Und das sei gut so. Dreher betonte: "Ich möchte in keiner Fraktion sein, die die absolute Mehrheit hat." Die Stadt habe in den nächsten Jahren große Projekte vor, die man nur mit einer größeren Mehrheit stemmen könne. In Wahlkampfzeiten hätten zwar hehre Forderungen Konjunktur. Doch Dreher erinnerte die Stadträte daran, "dass wir uns alle der Haushaltskonsolidierung verschrieben haben". Sowie: "Wir sind nur der Stadt verpflichtet und keiner Partei."

OB Zeitler dankte allen Fraktionen und lobte die kommunikative Ausrichtung des FW-ÜfA-Neujahrsempfangs. Dieser bot auch wieder ein kulturelles Schmankerl: Der Überlinger Hobby-Kabarettist Matthias Zimmermann begeisterte mit Erzählungen von Martin Suter.