Diesen Anblick kennen viele Überlinger fast schon ungewohnt: Das Franziskanertor ohne Baugerüst. Mehr als zwei Jahren war das historische Bauwerk hinter Stangen und Netzen versteckt. Bevor die Sanierungsarbeiten Ende April 2017 starteten, trug das Tor schon seit dem Frühjahr 2016 ein Schutzgerüst, das als Sicherung vor herabfallenden Teilen benötigt wurde. In dieser Woche wurde das Gerüst nun zurückgebaut. "Die Verwaltung freut sich, dass die Arbeiten am Franziskanertor nun bald abgeschlossen sind", schreibt die Stadt auf Anfrage. "Das Tor ist ein wichtiges Element im Überlinger Stadtbild und wird von vielen Überlingern sehr geschätzt."

Viele unerwartete Schäden

Dass die Sanierungsarbeiten so lange dauern würden, sei zu Beginn nicht absehbar gewesen. "Leider kam es während der Bauarbeiten immer wieder zu Verzögerungen und unerwarteten baulichen Herausforderungen", heißt es in der Stellungnahme. "Das alte Gemäuer war erheblich stärker beschädigt als gedacht und musste umfassend saniert werden." Zuletzt kam auch noch die Baukonjunktur dazwischen: Aufgrund der hohen Auslastung der Bauunternehmen und der Handwerkerferien im Sommer habe sich der Abbau des Gerüstes nochmals um einen Monat verzögert.

Die Arbeiten am Gebäude selbst sind mit dem Gerüstabbau nun abgeschlossen. Es folgen noch der Rückbau der Baustelleneinrichtung sowie Reinigungsarbeiten im Inneren. "Eine Dachrinne konnte leider nicht über das Gerüst gereinigt werden, dies muss noch mit einer entsprechenden Hubbühne im Nachgang erfolgen." Zu Einschränkungen für den Verkehr werde es dadurch aber nicht kommen.

Stadt schweigt noch zu den Kosten

Zu den Kosten für die aufwendige Sanierung könne die Stadtverwaltung derzeit noch nichts sagen, diese werde Oberbürgermeister Jan Zeitler erst nach der Schlussrechnung im Gemeinderat bekannt geben. Bereits Mitte Mai war jedoch klar, dass die Sanierung des historischen Stadttors deutlich teurer wird, als ursprünglich geplant: Statt der ursprünglich kalkulierten 630 000 Euro, ging die Verwaltung im Mai von Projektkosten in Höhe von 850 000 Euro aus.