Die Stadt ließ an 4500 Haushalte einen Fragebogen verschicken, in dem Eigentümer oder Mieter Angaben zu ihrer Wohnung und Mietkosten machen sollen, zu Größe, Anzahl der Zimmer und anderes. Ziel ist eine Neuauflage des Mietspiegels, der Richtwerte für Mieter und Vermieter enthält und in Zweifelsfällen zur Schlichtung oder zu Gerichtsurteilen herangezogen werden kann.

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Die Daten dazu werden derzeit erhoben, aufgrund der Angaben, die Mieter und Vermieter machen. Im Anschreiben der Stadt wird auf die absolute Anonymität hingewiesen und darauf, dass nicht die Stadt, sondern das mit der Erhebung beauftragte EMA-Institut (Sinzig) die Fragebogen direkt zugeschickt bekommen soll. Name oder Anschrift müssen vom Rücksender nicht eingetragen werden. Allerdings sind auf den Fragebogen individuelle „Zugangsschlüssel„ vermerkt. Was haben sie zu bedeuten, und ist dadurch trotzdem die Anonymität und der Datenschutz gewahrt? Der SÜDKURIER fragte beim EMA-Institut nach.

Zugangsschlüssel für Onlinefragebogen

Welche Bedeutung hat der Zugangsschlüssel, der auf den Fragebogen vermerkt ist? Dazu der Mathematiker Oliver Trinkaus vom EMA-Institut für empirische Marktanalysen: „Der Zugangsschlüssel ist ein einmaliges Zugangspasswort für die angeschriebene Person, die sich in der Zufallsstichprobe befand. Mit diesem Schlüssel kann anstelle des Papierfragebogens der Onlinefragebogen ausgefüllt werden.“ Der Onlinefragebogen sei durch einen abgedruckten Weblink und ein verschlüsseltes Übertragungsprotokoll zugänglich. Die Informationen hierzu seien auf dem Anschreiben gestanden, das vom EMA-Institut an die Bürger geschickt wurde.

„Keine Rückschlüsse mehr möglich“

Wie wurde der Zugangsschlüssel erstellt? Oliver Trinkaus: „Der Zugangsschlüssel setzt sich per Zufall aus fünf Ziffern zusammen.“ Und welche Rückschlüsse auf einzelne Bürger kann das Institut mit diesem Zugangsschlüssel ziehen? Trinkaus: „Das hängt von der Phase der Mietspiegelerstellung ab. Sobald die Erhebung vollständig abgeschlossen ist, werden, analog zum Statistikgesetz die Hilfsmerkmale von den Erhebungsmerkmalen getrennt und gelöscht. Danach ist kein Rückschluss mehr auf eine Person möglich.“ Auf die dezidierte Frage, wie der Datenschutz sichergestellt werde, verwies Trinkaus auf die oben gemachten Antworten.