Überlingens Wälder haben im vergangenen Jahr ordentlich Geld ins Stadtsäckel gespült: „Der gemeinsame Forstbetrieb konnte 2018 einen ansehnlichen Betriebsgewinn von 482 102 Euro erwirtschaften, entsprechend dem Vertrag zwischen Stadt und Spital kann an die Stadt ein Betriebsgewinnanteil von 130 640 Euro ausbezahlt werden“, erzählte Martin Widmann vom Amt für Grünflächen und Forst im Bauausschuss.

6300 Festmeter mehr als geplant

Das gute wirtschaftliche Ergebnis sei aber auch darauf zurückzuführen, dass 2018 mit rund 35 000 Festmetern – 25 500 beim Spital und 9500 bei der Stadt – deutlich mehr Holz eingeschlagen worden sei als geplant. „Das Forsteinrichtungswerk sieht einen Einschlag von rund 28 700 Festmetern vor und etwa mit dem haben wir auch geplant, das heißt, wir haben 6300 mehr eingeschlagen“, erklärte Widmann. Das müsse man in der laufenden Einrichtungsperiode, die noch bis 2026 andauert, ausgleichen, „damit wir in der Nachhaltigkeit bleiben. Wie, das bleibt in unserem Ermessen.“

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Sturmholzanteil liegt bei rund 19 000 Festmetern

Die Gründe für den zusätzlichen Holzeinschlag seien Schäden durch Stürme, Pilz- und Insektenbefall. Widmann zählte auf: „Wir haben einen Sturmholzanteil von fast 19 191 Festmetern, das sind 55 Prozent des Gesamteinschlags.“ Hinzu kämen noch Insekten- und Pilzschäden, was mit 6478 Festmetern zu Buche schlage und 18,5 Prozent ausmache. „Das heißt, dass gerade mal 9333 Festmeter, also ein Viertel des Einschlags, planmäßig war“, unterstrich Martin Widmann. Auf die Frage, ob der gesamte Einschlag, also auch der aus Schadholz, verwertbar sei, verneinte Widmann. Dennoch könne man den allergrößten Teil verwenden.

Fichtenbestände gehen zurück

Nadelhölzer machten mit rund 27 000 Festmetern den Löwenanteil am eingeschlagenen Holz aus. Allein die Menge von Fichtenholz bezifferte Widmann mit rund 13 000 Festmetern. Laubholz schlägt mit rund 4500 Festmetern zu Buche. Der Höhenflug der Nadelhölzer sei aber bald vorbei, ergänzte Widmanns Kollege, der Leiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Forst, Rolf Geiger: „Das Nadelholz und vor allem die Fichte befinden sich im Sinkflug.“ Dabei sei es die Fichte, die dem Forstbetrieb das Geld in die Kasse spüle. „Aber unsere Standorte und unser Klima sorgen dafür, dass es mit der Fichte rapide zurückgeht. Das wird uns zunehmend beschäftigen.“

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Rolf Geiger rechnet mit geringerem Betriebsergebnis für 2019

Ein kompletter Verzicht auf die Fichte sei jedoch nicht denkbar, „zumal sich Baugewerbe und Industrie nicht von einem Jahr auf das andere umstellen“. Geiger fügte jedoch an: „Lärche und Douglasie werden einen Teil kompensieren, sie vertragen die Trockenheit besser. Und die holzverarbeitende Industrie hat sich der Douglasie auch schon einigermaßen angenommen.“

So gut das Betriebsergebnis für 2018 auch sei – für 2019 dürfe man nicht zu euphorisch sein, warnte Geiger: „Der Holzpreis ist in den Keller gegangen, es wird auch bei einem höheren Einschlag ein geringeres Betriebsergebnis zustande kommen.“