258 Mal ist Freiwillige Feuerwehr Überlingen im zurückliegenden Jahr ausgerückt – 40 Mal mehr als im Jahr zuvor. „Alle 1,41 Tage wurde sie bei Einsätzen verschiedenster Art zu Hilfe gerufen“, zog Kommandant Heiko Ackel bei der Hauptversammlung in der Feuerwache Bilanz. Durch die Umsetzung vieler Brandschutzmaßnahmen im gewerblichen und städtischen Bereich habe der Brandschutz in der Stadt verbessert werden können, so Ackel. Dringend brauche man Ausbilder für die Jugend. Eine erfreuliche Botschaft hielt Oberbürgermeister Jan Zeitler parat: „Bis spätestens im Jahr 2021 soll der Ausrückebereich Ost stehen. Wir haben hier einiges aufzuholen“, sagte er.

Gegenwärtig verfügt die Wehr einschließlich Spielmanns- und Fanfarenzug, Jugendfeuerwehr sowie Alters- und Ehrenabteilung über 431 Mitglieder, zwölf mehr als im Vorjahr. Die Einsatzabteilungen haben einen Personalstand von 274 (plus vier) Einsatzkräften. Die Jugendfeuerwehr hat vier Mitglieder weniger. Ackel appellierte an alle Feuerwehrangehörigen, sich in die Jugendarbeit mit einzubringen, Fahrdienste zu übernehmen oder aktiv in der Jugendabteilung mitzuwirken. Der scheidende Jugendwart Michel Borrs erläuterte die Problematik: In diesem Jahr müsse man auf mehrere Ausbilder verzichten, sodass die Jugendwehr einen extremen Mangel an Fachkräften vorzuweisen habe. „Wir sind auf sofortige Mithilfe angewiesen. Denn sonst ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es die Jugendfeuerwehr in diesem Maße nicht mehr geben wird“, mahnte er. In Bezug auf die Brandschutzerziehung sagte Ackel, rund 100 Kinder wurden im Vorjahr im Verhindern von Bränden, Umgang mit Feuer, Verhalten im Brandfall und dem Absetzen von Notrufen in Kindergärten und Schulen geschult.

55 000 Euro für Ausbildungen

Im Haushalt des Vorjahrs wurde Heiko Ackel zufolge weniger als im Jahr zuvor für die Feuerwehr aufgewendet. „Dies ist jedoch damit begründet, dass bei den Investitionen rund 900 000 Euro durch die Lieferung der Fahrzeuge und Geräte übernommen werden mussten.“ Für interne und externe Ausbildungen wurden nach Ackels Worten rund 55 000 Euro ausgegeben. Der Kommandant freute sich, dass die Abteilungen Nußdorf und Bonndorf neue Mannschaftstransportwagen (MTW) erhalten hätten, die Ausschreibung für die Löschgruppenfahrzeuge LF 10 für die Standorte Bambergen und den Ausrückebereich Ost (Deisendorf, Nußdorf) liefen. Der Austausch der Alarmempfänger schreite voran. „In Überlingen wird fast ausschließlich verschlüsselt alarmiert. Dieses Jahr wird noch die Abteilung Bambergen mit den neuen Empfängern ausgestattet werden“, teilte er mit.

Zeitler sagte, dass in der Feuerwache in der Schlachthausstraße derzeit eine Brandmeldeanlage eingebaut werde, die frühzeitig bei Entstehungsbränden beispielsweise in der Fahrzeughalle warne. Beim Gerätehaus in Lippertsreute seien die Arbeiten gegenwärtig im vollen Gange, informierte Oberbürgermeister Zeitler. Er freute sich, dass der Aufenthaltsraum ins erste Obergeschoss verlegt worden sei, so könne dieser gemeinsam mit dem Ortschaftrat genutzt werden. In Bezug auf den Ausrückenbereich Ost informierte Zeitler, dass am 10. April eine Arbeitsgruppe tagen werde, um diesen „endlich in Angriff zu nehmen“. 2,5 Millionen Euro stünden derzeit für den Bau zur Verfügung. „Mit dem zeitlichen Ablauf können wir nicht zufrieden sein, aber hier gilt es daran zu arbeiten. Ich werde mich hier intensiver einbringen“, versprach er.

Einsätze 2017

258 Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 2017 bewältigt, 40 mehr als 2016. Der Anteil der Brandeinsätze ist gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 43 Prozent zurückgegangen, die Anzahl technischer Hilfeleistungen auf 48 Prozent gestiegen. Alarme durch eine Brandmeldeanlage sind nahezu gleich geblieben (26 Prozent). Jedes Feuerwehrmitglied hat im Schnitt rund 34 Einsätze mit jeweils 45 Stunden absolviert, in den Ortsteilen waren es sieben Einsätze bei 13 Stunden. Die meisten Einsätze fanden zwischen 21 Uhr und 21.59 Uhr statt, die Einsatzzahl zwischen 22 Uhr und 23.59 Uhr stieg gegenüber dem Vorjahr um das Doppelte an. Gerettet wurden 35 Personen (im Vorjahr 26), eine Person musste tot geborgen werden. (hk)

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