Ganz so bedeutend wie die Einführung des Farbfernsehens ist die Eröffnung des neuen Landungsplatzes sicherlich nicht, und dennoch gab es eine kleine amüsante Parallele. Wie im August 1967, als Bundeskanzler Willy Brandt auf den roten Startknopf drückte und ein Techniker schon Sekunden zuvor das schwarz-weiße Fernsehbild auf Farbe umgestellt hatte, kam es auch bei der Rede von Oberbürgermeister Jan Zeitler am Dienstagabend zu einer Verzögerung.

Als der OB über die Vorzüge des neuen Landungsplatzes sprach und betonte, dass es schon bald öffentliches WLAN geben wird, bemerkten die ersten Zuhörer mit ihren Smartphones, dass dieses schon längst freigeschaltet ist.

Mehrere hundert Besucher nahmen am Festakt auf dem Landungsplatz teil.
Mehrere hundert Besucher nahmen am Festakt auf dem Landungsplatz teil. | Bild: Deck, Martin

Für die Verantwortlichen von Stadt und LGS GmbH wäre es sicher eine noch schönere Überraschung, wenn auch die Arbeiten für die Landesgartenschau frühzeitig fertiggestellt würden. Mit dem Festakt auf dem Landungsplatz wurde nämlich nicht nur dessen Fertigstellung gefeiert, sondern auch das letzte Jahr bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April 2020 eingeläutet.

Die mehreren Hundert Besucher auf dem neugestalteten Platz deutete OB Zeitler als "Zeichen, dass die Menschen in unserer Stadt der Landesgartenschau entgegenfiebern". Auch den Organisatoren war die Vorfreude auf die Großveranstaltung im kommenden Jahr sichtlich anzumerken.

"Es kommt nicht nur Vorfreude, sondern schon regelrechte Begeisterung auf", sagte auch Lothar Stolba von den "Freunden der LGS" im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Rahel Vollmann und Lothar Stolba von den Freunden der LGS sammelten Spenden für Projekte im Uferpark, die für Kinder und Jugendliche gedacht sind.
Rahel Vollmann und Lothar Stolba von den Freunden der LGS sammelten Spenden für Projekte im Uferpark, die für Kinder und Jugendliche gedacht sind. | Bild: Deck, Martin

LGS-Geschäftsführer Roland Leitner und OB Zeitler betonten aber, dass noch einige Arbeiten ausstehen – insbesondere der Bau des Pflanzenhauses und des Gastronomiegebäudes im Uferpark und die Fertigstellung des Parkhauses Therme.

Hinzu kommen das Anlegen der Villengärten, die Arbeiten in den Menzinger Gärten und der Rosenobelschanze, sowie die Fertigstellung des Uferparks und die Ausstellungskonzeption. "Wir brauchen dieses Jahr noch, aber wir werden fertig", versprach Leitner.

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Ebenso wie der OB zeigte er sich sehr erfreut über den neuen Landungsplatz. "Ich finde es sehr wichtig, dass die Gartenschau auch in der Stadt sichtbar wird", sagte Leitner. Und auch Zeitler nannten den Platz einen "echten Gewinn". Sowohl das neue Pflaster als auch der Erhalt der drei Kastanien und das neue Konzept des Kiosks steigerten die Aufenthaltsqualität. "Das ist uns hervorragend gelungen."

Der Musikverein Nesselwangen sorgte für die musikalische Umrahmung des Festes.
Der Musikverein Nesselwangen sorgte für die musikalische Umrahmung des Festes. | Bild: Deck, Martin

Noch sind die Arbeiten aber nicht ganz abgeschlossen. Es fehle noch an weiteren Rundbänken um die Kastanien. Der Hersteller habe Lieferschwierigkeiten, erklärte Baubürgermeister Matthias Längin. Zudem wird der Gemeinderat noch über ein Holzdeck im Bereich der Freitreppe entscheiden, sagte Zeitler.

Insgesamt 2,8 Millionen Euro hat die Umgestaltung der rund 3600 Quadratmeter großen Fläche vom Mantelhafen bis zum Landungsplatz gekostet – rund 700 000 Euro wurden vom Land zugeschossen.

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