Wer in Karlsruhe auf die Welt kommt, kann zu Recht behaupten, echt badisch zu sein. So macht es Sybille Lembcke, die aber der Liebe wegen ihren Lebensmittelpunkt vor mehr als dreißig Jahren an den Bodensee verlegte. Und dieser Umzug kam ihr als verrückte Närrin gerade recht. „In Karlsruhe war das damals ziemlich langweilig, es gab einen Dienstagsumzug und das war es dann auch“, erinnert sich Lembcke. Später in Düsseldorf, als sie Innenarchitektur studierte, probierte sie auch den rheinischen Karneval. „Der war für mich aber sehr abschreckend und hat mir keinen Spaß gemacht.“

Anders in Überlingen. Hier hat sich Sybille Lembcke in der Straßenfastnacht sofort wieder gefunden. „Das themenbezogene Schnurren, sich Gedanken machen, wie man die Leute unterhalten kann, das war und ist meins“, beschreibt die Neigschmeckte selbstbewusst. Über den Kindergarten ihrer beiden Töchter kam sie zu den Umzügen, für die immer tolle Schnurrergruppen kreiert wurden. „Wir waren als Eisbären und Nilpferde unterwegs, genauso wie als Wärmflaschen des Kapuziners oder als Schneewittchen und die sieben Teilorte“, nennt Sybille Lembcke einige der witzigen Themen. Die Vorliebe zum Schnurren beflügelte sie, am Schmotzigen auch alleine loszuziehen.

Vor etwa drei Jahren das nächste Kapitel: Der Narrenverein Überlinger Löwe. „Das erste Mal unter der Maske konnte ich nicht so gut sehen“, schmunzelt die Überlingerin. Enormen Spaß habe es trotzdem gemacht. Auch als Löwe hat sie Kontakt zu Menschen. „Ihnen dann das `Juhu` raus zu kitzeln, einfach herrlich.“ Das Schnurren gehen, sich mit anderen zwanglos zu unterhalten und das Urtümliche, das ist es, was Sybille Lembcke so an der hiesigen Fasnet fasziniert. Bei allem Spaß ist die begeisterte Närrin auch für das Organisatorische zu haben. Als sie letztes Jahr gefragt wurde, eines der beiden Pressewart-Ämter zu übernehmen, musste Lembcke nicht lange überlegen. Und wenn die Fasnet rum ist, dann vertreibt sich die selbstständige Innenarchitektin die Zeit in der Seglergemeinschaft Überlingen. Sie läuft, wandert und kocht gerne, bis dann die Fasnet endlich wieder da ist.