Ein 27-jähriger Familienvater aus dem westlichen Bodenseekreis musste sich vor dem Amtsgericht Überlingen wegen vorsätzlichen Fahrens trotz Fahrverbots in 17 Fällen verantworten. Er erhielt eine Geldstrafe und Führerscheinsperre.

Das könnte Sie auch interessieren

Richter betont: keine Bagatelle

Wie es zur Anzeige seines Mandanten kam, erklärte der Verteidiger dem Gericht. Der eigene Arbeitgeber habe seinen Mandanten angezeigt, und das, obwohl er für ihn gefahren sei. Fahren ohne Fahrerlaubnis nach Paragraf 21, Absatz 1, Nummer 1 des Straßenverkehrsgesetzes legte die Staatsanwaltschaft dem 27-Jährigen zur Last. Der vorsitzende Richter am Amtsgericht betonte, dass es sich bei diesem Vergehen nicht um eine Bagatelle handele.

Angeklagter berichtet von Streit zwischen seinem Chef und ihm

Bereits im Januar 2018 hatte der Angeklagte eine vierwöchige Führerscheinsperre erhalten und war dennoch täglich zwischen seinem Wohn- und seinem Arbeitsort hin- und hergefahren. „Mein Arbeitgeber wusste das, hat aber gesagt, er sei früher auch schon ohne Führerschein Auto gefahren“, erklärte dazu der Angeklagte. Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien in Streit geraten, was zur Kündigung seitens des Angeklagten geführt habe. Daraufhin habe der ehemalige Arbeitgeber dann aus einer Art Rache heraus den Mann angezeigt, führten Anwalt und Mandant gegenüber dem Gericht aus.

Anwalt zieht Berufung zurück

Gegen die Höhe der Tagessätze als Geldstrafe und ein erneutes Fahrverbot von drei Monaten hatte der Anwalt des Mannes Berufung eingelegt. Der Richter sagte, der Angeklagte habe schon einmal ein vierwöchiges Fahrverbot missachtet, weshalb er in dieser Verhandlung keinesfalls mit einer geringeren Sperre rechnen könne. Daraufhin zog der Anwalt die Berufung zurück.

Geldstrafe und Führerscheinsperre

Richter und Staatsanwaltschaft kamen dem Familienvater mit einer Verringerung der Höhe der Tagessätze entgegen. Zeugen mussten nicht mehr vernommen werden. Als ebenfalls äußerst großzügig bezeichnete der Richter das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, die in nur 17 Fällen Anklage erhoben hatte. „Jedes Mal, wenn Sie sich ans Steuer setzen und losfahren, könnten wir einen neuen Fall zählen“, führte der Richter dem 27-Jährigen vor Augen.