“A‘gschpielt“ nennt sich das neue Format des Frühjahrskonzertes des Gesang- und Musikvereins Nußdorf, das bei seiner Premiere im Dorfgemeinschaftshaus auf großes Interesse gestoßen ist. Die Idee: Statt Eintritt zu verlangen, gab es für die Besucher bei dem Konzert zehn Mal die Möglichkeit, live bei der Musikauswahl mitzubestimmen. Pro abgegebener Stimme wurde 1 Euro fällig. Eine Echtzeit-Anzeige auf der Leinwand zum Stand der Abstimmungen spornte die Besucher an, immer wieder nochmals 1 Euro zu setzen, um das eine oder andere Stück nach vorne zu bringen. Zum Erfolg des Abends trug auch der Musikverein Nesselwangen bei, der den zweiten Teil des Konzertes gestaltete.

Maren Gabel (stehend, links) und Svenja Kretz (stehend, rechts) sammelten per Tablet die Wünsche der Konzertgäste, die sofort auf eine Leinwand übertragen wurden.
Maren Gabel (stehend, links) und Svenja Kretz (stehend, rechts) sammelten per Tablet die Wünsche der Konzertgäste, die sofort auf eine Leinwand übertragen wurden. | Bild: Kleinstück, Holger

Neues Konzertformat als Teil einer Strategie zur Mitgliedergewinnung

Rund zwei Jahrzehnte lang hatte der Nußdorfer Musikverein neben dem obligatorischen Weihnachtskonzert immer ein klassisches Konzert im Frühjahr gegeben – zuletzt mit sinkendem Zuschauerinteresse. Deshalb hatte sich die Kapelle dazu entschlossen, etwas Neues auszuprobieren. Die Veränderung ist Teil einer Strategie, die von einer Arbeitsgruppe für den Verein erarbeitet wurde „mit dem Ziel, neue Vereinsmitglieder zu gewinnen“, wie Vorsitzender Walter Niedermann gegenüber dem SÜDKURIER erläuterte.

Die Konzertgäste konnten auf einer Leinwand den Stand der Abstimmung verfolgen.
Die Konzertgäste konnten auf einer Leinwand den Stand der Abstimmung verfolgen. | Bild: Kleinstück, Holger

Vorsitzender Niedermann: „Die Premiere von A‘gspielt war ein großartiger Erfolg“

Nach seiner Darstellung war zunächst ein Fragebogen erstellt worden, um die Zufriedenheit der Musiker, aber auch deren Wünsche und Anregungen abzufragen. Die Auswertung der Fragebögen führte zu einem Stärken- und Schwächenprofil. Leitsätze wurden erarbeitet und in einem Leitbild grafisch dargestellt, das auf der Homepage des Vereins veröffentlicht wurde. Niedermann erklärte: „Auf der Basis sind dann neun Ziele definiert und zur Erreichung dieser insgesamt zwölf Stoßrichtungen beziehungsweise Strategien verabschiedet worden.“ Die zehnte Strategie “Neues Format für zweites Konzert“ und die Nummer sieben “Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit“ seien mittlerweile abgeschlossen. „Die Premiere von A‘gspielt war ein großartiger Erfolg“, freute sich Niedermann.

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Mitglieder hängen Plakate und Schilder auf

In Bezug auf die Kommunikationsstrategie erläuterte der Vorsitzende weiter, dass mehrere Mitglieder des Vereins in den vergangenen Wochen Schilder und Plakate mit dem Leitmotiv in Nußdorf und Überlingen aufgehängt haben. Abgebildet war auch ein Barcode, der mit dem Smartphone eingescannt werden konnte. So gelangte der Betrachter auf die Internetseite „www.uns-fehlt-noch-ein-teil.de“. Flankiert wurde diese Aktion durch weitere Veröffentlichungen.

Wiederholung des Wunschkonzerts ist angedacht

Die Kampagne sei zeitlich perfekt mit dem neuen Frühjahrskonzert abgestimmt gewesen. „Viele hunderte Klicks auf unsere Homepage, aber auch sehr viele persönliche Gespräche haben gezeigt, dass wir sehr positiv wahrgenommen werden. Wir sind in aller Munde, jetzt braucht es nur noch neue Mitglieder“, sagte Niedermann. Eine Wiederholung des Wunschkonzertes im nächsten Jahr sei bereits angedacht.