Er liebte die Menschen und die Natur, er liebte seine Heimat und Lippertsreute. Er hatte die Gabe, alles auf wunderbare Weise zusammenzubringen, ohne viel Aufhebens um sich und seine Person zu machen. Mehrere hundert Kinder holte als „Miniköche“ an den Herd, mehr als 500 Wanderfreunden vermittelte er viele Reize der Bodenseeregion, vor mehr als zehn Jahren gab er der Slowfood-Bewegung und damit dem ehrlichen, aber anspruchsvollen Genuss auch am See eine Heimat.

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Als ob nichts wäre, bewirtete Markus Keller am 26. April gemeinsam mit seinem Freund Hubert Hohler beim Entrée zum WortMenue mehr als 150 Gäste in der Lagerhalle der Firma Bodan. 55 Tage später erlag er am Fronleichnamstag vergangene Woche im Alter von 56 Jahren seiner kurzen, schweren Krankheit.

Küchenchef mit zahlreichen Stammgästen

Nicht nur für die Lippertsreuter war Markus Keller eine Institution. Die Gastwirtschaft mit ihren Gästezimmern und das familiäre Anwesen mit dem lauschigen Kastaniengarten samt „Trinkhalle“ schätzte und pflegte der Küchenchef und gewann so zahlreiche Stammgäste. Die 150-jährige Tradition an diesem Platz konnte er im Herbst 2017 feiern.

Ein sympathisches Gastgeberpaar

Großvater Josef hatte hier schon eine Brauerei gegründet, die dem Lokal lange seinen Namen „Brauerei Keller“ gab, Vater Fridolin war lange Jahre Ortsvorsteher im Dorf. Schankwirtschaft und Küche brachten indessen vor allem Großmutter Pia und Mutter Irmgard voran. Mit seiner Frau Ruth bildete Markus Keller ein sympathisches Gastgeberpaar.

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„Vor mir standen hier immer Frauen am Herd“, sagte Markus Keller bei einem Rückblick vor eineinhalb Jahren. 2006 war er mit Hubert Hohler Initiator der Slowfood-Gruppe am Bodensee und verfolgte die Idee der regionalen und nachhaltigen Gastronomie. Nicht nur auf diesem Gebiet hinterlässt er Spuren.

Brachte Idee einer 24-Stunden-Wanderung mit

Aus Südtirol hatte Markus Keller die Idee einer 24-Stunden-Wanderung mitgebracht und begeisterte dafür seit zehn Jahren alljährlich mit einer neuen Route. Gut, dass Sohn Lukas in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist und das Erbe fortführt.

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