Aufbruchstimmung allerorten. Besucher strömen zum See, Kunden in die Geschäfte, Blüten und Knospen öffnen sich in Parks und Gärten. Der perfekte Termin für das Frühlingsfest der Landesgartenschau GmbH, zumal sich die Sonne gestern noch in Hochform zeigte. Mit ihrer Strahlkraft deckte sie allerdings auch manche kritische Stimme zu, die bei den gut besuchten Baustellenführungen laut geworden war. Einige der Teilnehmer wollten sich die Sandsteinmauer genau ansehen und kletterten die senkrechte Leiter hinunter, soweit es der Wasserstand zuließ. Noch einmal nachgehakt hatten Interessenten, was die Dezimierung der Platanenallee anging. Dort müssen viele Bäume weichen, um das abgeflachte Ufer und den Bürgerpark nach dem aktuellen Entwurf von Planerin Marianne Mommsen gestalten zu können.

Im Garten am See dominierte allerdings die gute Laune, zu der auch die junge Rockin Brass-Band der Städtischen Musikschule mit Jessica Kinder, Silas Kranich, Lukas Klusmann, Per Nylund, Christian Jäger-Waldau und Daniel Schappeler unter der Leitung von Oliver Arndt mit ihren Rhythmen beitrug. Eine Augenweide waren indessen die farbenfrohen und frischen Blumensträuße, die Floristin Antje Herfurth mit ihren Auszubildenden Beate Braun und Verena Dreher unter den Augen des Publikums zauberte: Teilweise ganz in Weiß mit Anemonen, Ranunkeln und Levkojen. Zugunsten der Sielmann-Stiftung, speziell für das Waldrapp-Projekt, das die Ansiedlung eines seit mehr als 200 Jahren in Mitteleuropa ausgestorbenen Vogels plant, versteigerte Stef Manzini die farbigen Blütenträume. Zur Entendämmerung und zur Siegerehrung ihrer Schöpfer hatten sich die künstlerisch gestalteten XXL-Wasservögel an Land gewagt. Mit Sylvia Grau und Juan Diabuno vom Jugendreferat der Stadt nahm Roland Leitner von der Landesgartenschau GmbH die Siegerehrung für den Wettbewerb vor, an dem sich mehr als 160 Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen beteiligt hatten. Unter den zahlreichen schmucken Tieren war auch die mit Flaggen bestückte Ente der internationalen Freundschaft, mit der die internationale Klasse der Wiestorschule den 1. Preis in der Altersklasse 10 bis 13 gewann. Einen Sonderpreis gab es für die Weiher-Ente „BoBo“, der Maurice Manz und Hauke Engels sogar eine Perlenkette verpasst hatten.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um die Pläne zu studieren. Wie Tobias Mezger, der den als so genanntes Korrespondenzprojekt geplanten Steg durch den „Ochsengraben“ begutachtete. „Ein Weg unten durch den Graben wäre noch besser“, sagt er. „Doch das ist eine tolle Idee.“ Hinter den Kulissen tut sich manches. „Das botanische Institut der Universität Konstanz züchtet uns Pflanzen für eine ortstypische Strand-Rasengesellschaft“, sagt Roland Leitner. Bisher gebe es am Ufer einen großen Anteil an ortsfremden Arten.

 

Baustellendebatte

Transparenz schaffen wollten Roland Leitner und die Landesgartenschau GmbH mit den Baustellenführungen während des gestrigen Frühlingsfestes. Auf der Hofstatt betreuten die Freunde der LGS einen Bauwagen, um auch im Zentrum des Kauftrubels Flagge zu zeigen. Im künftigen Bürgerpark sah sich Leitner kritischen Stimmen gegenüber, die den Verlust von Platanen beklagten und die Sandsteinmauer gerne erhalten hätten. Mit den Planern habe man viele Optionen besprochen und sei zum aktuellen Ergebnis gekommen, so Leitner. Die Genehmigungsplanung für die Uferrenaturierung sei beim Landratsamt eingereicht. Schließlich sollten im Herbst der Abriss der Mauer und die Bauarbeiten am Ufer beginnen. (hpw)