„Es macht Spaß, eine so professionelle Stimme zu hören“, lobte die Kölner Autorin Claudia Schreiber die Art und Weise, wie Schauspielerin Dorothea Neukirchen aus Friedrichshafen ihre Texte vorlas. Zur „WortMenue“-Veranstaltung in der alten Bierhalle des Landgasthofes Keller in Lippertsreute hatte Schreiber ihr aktuelles Buch „Goldregenrausch“ mitgebracht. Dorothea Neukirchen konterte: „Aber der Text muss auch gut sein.“

Der Schreibstil von Claudia Schreiber zeichnet sich durch Klarheit und Nüchternheit aus, dennoch vermochte er es, die rund 60 Zuhörer sichtlich zu berühren. Zum Auftakt der Veranstaltung gab es für die Gäste den Aperitif „Goldregenrausch“, einen Apfelsecco, und im weiteren Verlauf verschiedene Hauptgerichte, angerichtet von Markus Keller und seinem Team.

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Roman spielt in scheinbarer Idylle auf dem Land

Der Inhalt von Schreibers Roman dreht sich um das existenzielle Bedürfnis eines Menschen nach Liebe und Beachtung und darum, was es in ihm auslösen kann, wenn ihm dies von frühester Kindheit an versagt bleibt. Der Roman ist im vergangenen Jahr bei dem Schweizer Verlag „Kein und Aber“ erschienen. Die 1958 geborene Autorin blickt darin hinter die Kulissen eines scheinbar idyllischen Landlebens in der niedersächsischen Provinz. Dabei kommt ihr zweifelsohne ihre Kindheit, die sie zwischen zwischen Tieren und Obstplantagen verbracht hat, zugute.

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„Eine Mischung aus Komödie und Tragödie“

Die gebürtige Hessin erzählt die eindrückliche Geschichte des Bauernmädchens Marie Lenz und ihrer Tante Greta, „die es dank ihrer Nähe zueinander und ihrer Liebe zur Natur schaffen, sich gemeinsam der herzlosen Verwandtschaft zu widersetzen und einen eigenen Weg zu gehen“, wie es auf der Umschlagseite des Buchs heißt. Schreiber selbst charakterisiert ihre Geschichte als „eine Mischung aus Komödie und Tragödie“, mit der sie „so richtig reinhauen“ und „nicht nett“ sein wolle. „Eine Geschichte braucht einen ordentlichen Konflikt„, sagt sie. Doch zum Schluss „versöhnt sich dann doch vieles“, wie Schauspielerin Dorothea Neukirchen das Ende zusammenfasste.

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Peter Reifsteck zeigt sich begeistert

„Dies ist einer der absoluten Höhepunkte dieses Jahres“, befand WortMenue-Erfinder Peter Reifsteck nach der Veranstaltung, obwohl das literarisch-kulinarische Festival noch nicht einmal Halbzeit hat. Damit spielte er auf einen Artikel dieser Zeitung an, der bereits vor 16 Jahren dasselbe Urteil über eine Veranstaltung mit Claudia Schreiber zum Inhalt hatte. Damals hatte sie in der „Naturata“ aus „Emmas Glück“, einer tragikomischen Liebesgeschichte einer Schweinezüchterin, gelesen.