Der Seesportplatz soll umgestaltet werden, wie in Überlingen schon länger bekannt ist. Dass dieses Vorhaben aber nicht zur Landesgartenschau, sondern erst später in die Tat umgesetzt werden wird, stellte sich kürzlich beim Blick in eine Sitzungsvorlage des Ausschusses für Finanzen, Verwaltung und Spital heraus. Die Planungsrate für den Seesportplatz in Höhe von 25 000 Euro wird für die Flutlichtanlage in Hödingen verwendet (siehe Kasten). In der Begründung zur Umschichtung der Finanzmittel heißt es: "Da der Seesportplatz bis einschließlich 2020 noch nicht verändert werden wird."

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass "kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Verwendung von Planungsmitteln vom Seesportplatz für die Flutlichtanlage am Sportplatz Hödingen und der Verzögerung der Umgestaltung des Seesportplatzes" besteht. Die Stadt lässt derzeit viel mehr eine Idee prüfen, die in Überlingen auch nicht neu ist: "die Einrichtung einer Quartiersgarage unter dem Seesportplatz." Daher sei die Umsetzung der angedachten Maßnahmen auf dem Seesportplatz vorerst aufgeschoben, so die Stadtverwaltung. Eine zeitliche Dimension hat dieses "vorerst" nicht: "Momentan ist nur klar, dass bis zum Ausstellungsjahr 2020 noch nichts verändert wird." Sollte es eventuell eine Tiefbaumaßnahme nach 2020 geben, so müsste diese erst abgeschlossen sein, bevor die Sportplatzfläche umgestaltet werden könne, gibt die Stadtverwaltung an.

Exklusives Gelände direkt am See mit vielfältiger Nutzung – auch für die Landesgartenschau: Dieser Plan kommt vielen der 100 Bürger, die im Mai 2017 an einer Veranstaltung über die Gestaltung des Uferparks auf dem Landesgartenschaugelände teilgenommen haben, sicher bekannt vor. Damals fiel am Rande die Information, dass der Seesportplatz als Ausgleichsfläche für Sport- und sonstige Anlagen dienen soll, die in der Planung des Uferparks keine Berücksichtigung finden können. Die bisherigen Ideen für den Seesportplatz wurden nach Angaben der Stadtverwaltung von dem Beteiligungsprozess der LGS zur Nachnutzung des Uferparks abgeleitet. Petra Pintscher, bei der Landesgartenschau GmbH für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sieht, aktuell dazu befragt, allerdings keine Abhängigkeit der LGS vom Seesportplatz: Eine Beacharea, Ruhezonen, W-LAN, Flächen für Outdoorsport und Slackline sind Pintscher zufolge in der Planung vorgesehen oder lassen sich bis 2020 noch in die Planung des Uferparks integrieren. Das Veranstaltungsprogramm zur LGS wird zurzeit erstellt. Es beinhaltet unter anderem Wassersporttage, Jugendtraining im Gelände und Klettern. Für die Zeit nach 2020 hält Pintscher im Uferpark einen Jugendtreff mit Wetterschutz, Outdoor-Tischtennis, Beachvolleyball, eine Freilichtbühne, Open-Air-Kino und Konzerte für denkbar. "Das Gelände im Uferpark lässt nach 2020 aufgrund seiner Anlage ohnehin sportliche Aktivitäten zu. Wir haben eine große Sandfläche für Beachvolleyball, wir haben ausgedehnte Wiesen- und Rasenflächen für Fußball, Frisbee oder Federball, der flache Uferbereich lädt zum Chillen ein, Slackline ist möglich, eine Tischtennisplatte geplant, W-LAN ebenso", so Pintscher.

Planungsrate fließt in Flutlichtanlage

Die geplante Flutlichtanlage am Sportplatz in Hödingen wird teurer als zunächst angenommen. Im Haushaltsplan 2016 wurden erstmals 40 000 Euro für die Maßnahme vorgesehen. Diese Mittel werden bei Weitem nicht für die Realisierung der Flutlichtanlage ausreichen. Es ist mit einer Gesamtsumme von circa 90 000 Euro zu rechnen, wie Kämmerer Stefan Krause in der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Verwaltung und Spital darlegte. Der Kämmerer gab zu, dass er "nicht ganz begeistert ist, wenn die Mittel, die im Haushalt eingestellt sind, nicht ausreichen". Alleine die finanziellen Aufwendungen für die Elektroarbeiten werden sich auf etwa 63 000 Euro belaufen. Hinzu kommen die Tiefbauarbeiten und weitere Nebenarbeiten.

An dem Sportplatz wird erstmals solch eine Anlage installiert. Deshalb fallen zum Beispiel die Grabungsarbeiten kostspieliger aus. Um die Aufwendungen zu stemmen, sollen nach einstimmigem Beschluss des Gremiums finanzielle Mittel umgeschichtet werden. Die Planungsrate für den Seesportplatz in Höhe von 25 000 Euro wird verwendet. Außerdem werden 15 000 Euro aus dem Projekt "Freilegung Bachlauf St. Leonhard" übertragen. Dieses hat für die Stadtverwaltung momentan keine Priorität. Und aus der Deckungsreserve stammen die restlichen 13 000 Euro. Durch Eigenleistungen des Sportvereins soll der Gesamtbetrag gesenkt werden.