Über ein volles Haus konnte sich die Galerie Fähnle zum Auftakt der neuen Ausstellungssaison freuen, die dieses Jahr regionale Bezüge hat. Wie vielseitig begabt der Wahl-Hödinger Paul Renner (1876-1956) war, unterstreicht die von Ulrike Niederhofer und Hansjörg Straub konzipierte Schau.

Renner erfand die typografische Schrift Futura

Hier die Optik der weltweit verbreiteten typografischen Schrift Futura und deren Details, dort einige Beispiele für die zahlreichen gestalteten und illustrierten Bücher. Und schließlich die Gemälde mit Perspektiven aus Hödingen mit Blicken auf den See, die es dem Künstler besonders angetan hatten.

Viele Hödinger bei der Vernissage dabei

Kein Wunder, dass nicht nur Ortsvorsteher Martin Kessler aus Hödingen gekommen war, sondern auch weitere Mitbürger, um Kunsthistorikerin Ulrike Niederhofer, ebenfalls Hödingerin, zu lauschen. Sie zeichnete das Leben des Pfarrerssohns Paul Renner nach, dem der Weg zur Kunst von der Familie nicht geebnet worden war.

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Zahlreiche Werke kommen aus München, wo Renners Nachkommen leben

Ungeachtet dessen erwarb er in Karlsruhe akademische Weihen, um später an seinen Wunschort München übersiedeln zu können, wo heute noch Nachkommen Renners zuhause sind und von wo zahlreiche Werke stammen. Einige wenige sind auch in Hödinger Händen.

Renner war auch ein politischer Mensch

Was den Stil Renners angeht, so verweist Niederhofer auf das Spannungsfeld zwischen Spätimpressionismus sowie dem Aufbruch des Expressionismus und dem Blauen Reiter, von denen er sich in München Anfang der 1920er Jahre habe inspirieren lassen. Doch Paul Renner war auch ein politischer Mensch und engagierte sich 1926 in München mit den Literaten Heinrich und Thomas Mann.