Seit einigen Wochen ist es amtlich und der neue Verein "Kinderhaus Storchennest Deisendorf" offiziell im Vereinsregister eingetragten. Unter dem Vorsitz von Ortsvorsteher Martin Strehl wurde damit die Trägerschaft für den Kindergarten aus dem Förderverein herausgelöst, der sich künftig ganz auf die Dorfgemeinschaft, deren Feste und Veranstaltungen konzentrieren kann. Zum Kinderhaus "Storchennest" gehören eine Kindergarten-Regelgruppe und die Kinderkrippe im Schulhaus sowie der Waldkindergarten, der schon seit 13 Jahren existiert und sich längst zu einem Erfolgsmodell gemausert hat. Auch derzeit hat er wieder eine Warteliste, auf der auch Kinder aus der Umgebung stehen, wie Gruppenleiter Markus Müller betont.

Die Naturverbundenheit des Waldkindergartens in Deisendorf ist ganz nach dem Geschmack des Überlinger Arbeitskreises "Heimat und Umwelt". Deshalb unterstützte der Verein speziell diese Gruppe mit 2000 Euro aus seiner Vereinskasse, die Heinz Meschede vom Vorstand persönlich übergab. Mit großer Sorge hatte der Arbeitskreis vor zehn Jahren die Forderungen einer Nußdorfer Initiative zur Verlegung der Umgehungsstraße in das artenreiche Waldgebiet hinein gesehen. Unweit der Stelle wo die Waldkinder der Natur auf der Spur sind. Für den ehemaligen Lehrer Meschede ist diese pädagogische Arbeit vorbildlich und es ist daher ein Anliegen, deren Grundlage zu erhalten.

Mit der Spende konnte nun eine Fotovoltaikanlage bei der Sportanlage des SV Deisendorf-Bambergen installiert werden, die die Vereinshütte auf umweltfreundliche Weise mit Strom versorgt. Hier ist der morgendliche Treffpunkt der 22 Waldkinder, ehe sie sich in Richtung ihres Bauwagens oben auf dem Hügel in die Büsche schlagen. Die Betreuungseinrichtung in der Natur ist die einzige dieser Art in der ganzen Stadt und das Interesse ist ungebrochen. Markus Müller weiß warum. "Die Fantasie der Kinder wird hier draußen in der Natur einfach viel mehr angeregt", sagt der Leiter des Teams, zu dem auch Jessica Lick und Sabine Strehl gehören.

Seit 1997 war das Storchennest vom Förderverein Dorfgemeinschaft Deisendorf geführt worden, zu dem 2003 der Waldkindergarten kam. Ganz bewusst hatte der Teilort nun den Trägerverein für das Kinderhaus auf eigene Beine gestellt. "Die Themen des Kinderhauses überlagerten die sonstigen Vereinsthemen wie Dorffest, Grillhütte und Dorfgemeinschaftshaus immer mehr", sagt Vorsitzender Strehl. Von anfangs 20 Kindern sei die Einrichtung stark gewachsen, deren drei Gruppen inzwischen von zehn Erziehern und Erzieherinnen betreut werden. Strehl: "So können im Kinderhaus die notwendigen Entscheidungen schneller getroffen werden."

Storchennest

Im Jahr 1997 war der Kindergarten "Storchennest" in Deisendorf gegründet worden, mit dem Verein Dorfgemeinschaft Deisendorf als freiem Träger. Zunächst als Ausweichquartier für den steigenden Bedarf entstand 2003 der Waldkindergarten auf der Höhe über dem Nußbachtal, den keiner mehr missen möchte. Zwischenzeitlich gab es im Storchennest zwei Krippengruppen, von denen eine aus dem Kleinkindalter herausgewachsen ist. Geführt wird der neue Verein Kinderhaus Deisendorf von Martin Strehl und Walter Idda, die noch einen dritten Mitstreiter für den Vorsitz suchen. (hpw)