Überlingen – Im Februar 2017 gründeten einige Jugendliche die Grüne Jugend Überlingen als neue Ortsgruppe der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg. „Es ist wichtig, dass die Jugend ihre Stimme erhebt und eigene Themen sucht und besetzt“, sagt Veronika Düker. „Ich hatte Interesse an Politik, wollte mich engagieren und Leute mit ähnlicher Denkweise kennenlernen.“

"Unabhängig"

Sie gehörte damals zu den Initiatorinnen und holte ihre Freundin Anna–Katharina Kemmerling mit ins Boot. Diese ergänzt: „Uns ist es wichtig, nicht als Untergruppierung der Grünen gesehen zu werden. Wir sind unabhängig.“ Es gebe zwar viele politische Überschneidungen und der Landesverband würde bei Bedarf unterstützen, aber ihre Themen und Aktionen bestimmen sie selber.

"Eigene Meinung"

Die beiden 18-jährigen Schülerinnen sehen sich mehr als Gruppe von engagierten Jugendlichen als politische Organisation. „Die eigene Meinung steht im Vordergrund!“

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Zu den ersten Aktionen der Grünen Jugend Überlingen gehörte im Gründungsjahr ein Marktstand, an dem sie selbst gemachte Stofftaschen gegen eine Spende angeboten haben, um ein Zeichen gegen die Plastikflut zu setzen. Dazu drehten sie komplett eigenständig den Film „Massenhaft“, in dem es um die Haltung von Geflügel geht. Die Szenen aus den Ställen bekamen sie zur Verfügung gestellt, die Geschichte dazu schrieben und spielten sie selber.

Andere Interessen als Politik

2018 gab es noch einige Treffen, aber mittlerweile ist es ziemlich ruhig geworden um die Grüne Jugend in Überlingen. Veronika Düker und Anna-Katharina Kemmerling begründen das so: „Im letzten Jahr haben viele ihr Abitur gemacht und sind danach weggegangen oder hatten keine Zeit mehr.“ Da geht es dem politischen Nachwuchs nicht anders als vielen Vereinen und anderen Organisationen in der Bodenseeregion, denen die jungen Mitstreiter abhandenkommen, sobald sie ihren Schulabschluss gemacht haben.

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"Ideen für neue Aktionen"

Aber zu Grabe tragen wollen die beiden jungen Frauen ihre Initiative trotzdem nicht. „Wir würden uns über neue Leute freuen!“, betont Veronika Düker. „Wir haben viele Ideen für neue Aktionen.“ So würden sie gerne Obdachlose mit selbst gestrickten Socken unterstützen. Das sei aber nur ein Beispiel, neben Umweltthemen ginge es ihnen auch um gesellschaftliches Engagement. „Wir möchten uns weiter entwickeln und sind offen für neue Themen und kreative Ideen“, sagt Anna-Katharina Kemmerling. „Wir würden uns über neue Mitstreiter freuen, denn es macht Spaß gemeinsam Projekte durchzuführen.“ Der Umfang des Engagements könne sich nach den Möglichkeiten des Einzelnen richten.

Kooperation mit Jugendgemeinderat

Die beiden freuen sich, dass mit dem neuen Jugendgemeinderat politisches Engagement ihrer Generation gefördert wird und können sich thematische Kooperationen vorstellen. Vernetzung ist ihnen ein Anliegen. Veronika Düker gehört zu den Gründungsmitgliedern vom Ring politischer Jugend, der im April 2017 in Friedrichshafen ins Leben gerufen wurde. Darin engagieren sich Vertreter von Jugendorganisationen unterschiedlicher Parteien für die Zukunft der Demokratie. „Man lernt auf diese Weise unheimlich viel, ganz andere Dinge als in der Schule“, berichtet Veronika Düker. „Für junge Menschen ist das sehr wertvoll zu erfahren, wie Politik funktioniert. Man lernt über den Tellerrand zu blicken und Dinge zu hinterfragen.“