10 Meter – Auf diese Maximalhöhe für das geplante Parkhaus Therme hatte sich der Bauausschuss bereits im vergangenen Jahr geeinigt. Der Gemeinderat hat nun ohne große Diskussion dem Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zugestimmt, der die Grundlage zur Realisierung des Gebäudes auf dem bisherigen Besucherparkplatz der Bodenseetherme bildet. Das Konzept beinhaltet ein Parkhaus mit drei Ober- und drei Untergeschossen und Platz für 310 Fahrzeuge, das künftig zusammen mit dem geplanten Pflanzenhaus und dem Bürgerpark den neuen westlichen Stadteingang von Überlingen prägen soll.

Dabei hat sich der der Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs zur Landesgartenschau 2020 nochmals etwas verändert: Um den Verkehr zu entzerren, wurden die Ein- und Ausfahrten auseinander gelegt. Die Einfahrt soll entgegen des ursprünglichen Plans nun von Süden über die Bahnhofstraße erfolgen – nicht zur Zufriedenheit aller Gemeinderäte. Ulf Janicke beispielsweise äußerte seine Bedenken, dass es durch die rechtsabknickende Einfahrt von der Bahnhofstraße zu ähnlichen Verkehrsproblemen wie am Parkhaus West kommen könnte. „Es wird hier keinen so großen Rückstau geben wie beim Parkhaus West“, erklärte Baubürgermeister Matthias Längin. „Wir haben daraus gelernt.“ Die Stauzone soll weiter in das Gebäudeinnere verlegt werden, sodass es keine Verkehrsbehinderungen auf der Bahnhofstraße geben soll.

Die Ausfahrt führt wie gehabt in Richtung Westen zur Rampe des Bahnübergangs und ist auch nur in westliche Richtung erlaubt. Dadurch soll der Gefahrenschnittpunkt an der Einmündung entzerrt werden. Autofahrer, die Richtung Stadtmitte fahren wollen, gelangen über die westliche Einmündung der Rampe in die Bahnhofsstraße. Der Bus hält zukünftig auf der Straße, da es keine zusätzliche Haltebucht auf dieser Straßenseite geben wird. Die Haltestelle befindet sich östlich der Einfahrt, auf Höhe der gegenüberliegenden Haltebucht.

Um die Lärmschutzrichtlinien einhalten zu können, sind zudem weitere Veränderungen zum ersten Entwurf nötig. So muss zuvorderst die offene Fläche der Ostfassade geschlossen werden. Angedacht ist dabei eine Verglasung. Zusätzlich müssen mindestens 40 Prozent der Deckenfläche in allen Parkebenen mit einer schallabsorbierend verkleidet werden.

Durch das geplante Vorhaben sind Beeinträchtigungen für Natur und Landschaft zu erwarten. Als Ausgleich für die Bäume, die dem Parkhaus weichen müssen, sollen sowohl die Fassade als auch das Dach begrünt werden. Bernadette Siemensmeyer (LBU/Grüne) lobte die Veränderungen: „Die wichtigsten Punkte sind sehr gut bearbeitet worden.“


Das Parkhaus in Zahlen

Fläche: Das Parkhaus Therme entsteht auf einer Grundfläche von 2200 Quadratmetern auf dem Gelände des jetzigen Parkplatzes gegenüber der Therme.

Höhe: Für das Parkhaus sind sechs Geschosse vorgesehen: drei ober- und drei untererdige. Die Gebäudehöhe wurde auf maximal 10 Meter über Grund festgeschrieben. Lediglich kleine Aufbauten, etwa der Aufzugschacht, dürfen darüber hinausreichen.

Parkplätze: 310 Fahrzeuge sollen im künftigen Parkhaus Platz finden. Die Parkflächen verteilen sich folgendermaßen: 272 normale Parkplätze, 30 Frauenparkplätze, fünf Eltern-Kind-Stellplätze und drei Behindertenparkplätze. Zusätzlich sind 18 Fahrrad- und 22 E-Bike-Stellplätze vorgesehen.