Viel wurde zuletzt diskutiert, nun steht fest: Die Fischerhäuservorstadt soll einen Bebauungsplan bekommen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Antrag der Fraktion von LBU/Grüne, die die Aufstellung gefordert hatte. Wie in der Hafenstraße gab es auch in der Gartenstraße zuletzt große Diskussionen um ein geplantes Bauvorhaben. Die Anwohner setzten sich massiv zur Wehr, da die beiden Neubauten, die anstelle eines bestehenden Gebäudes kommen sollen, aus ihrer Sicht viel zu groß ausfallen.

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Nun doch Genehmigung des Bauvorhabens?

Aufgrund der langen Historie – in den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Planungen für den Standort abgelehnt – bezeichnete Stadtplaner Thomas Kölschbach das Vorhaben als ein "für mich einmaliges Thema". Nun, nachdem Bauherr und Architekt im Januar einen überarbeiteten Entwurf, der nahezu alle Vorgaben des mobilen Gesatltungsbeirats aufgegriffen habe, vorgelegt haben, seien für ihn die Kriterien erfüllt, das Bauvorhaben zu genehmigen: "Wir haben einen Konsens gefunden, bei dem ich sagen muss, das Bauvorhaben ist tragbar."

Im Vergleich zu den vorherigen Entwürfen habe der Architekt die Gebäude weiter von der Hangkante entfernt platziert, die Höhen um einen Meter, bzw. 60 Zentimeter verringert und sich bei der Gestaltung weitgehend an die Altstadtsatzung gehalten, in einer "modernen Interpretation", so Kölschbach.

So sieht das Bauvorhaben in der Gartenstraße nach aktuellem Stand aus.
So soll der Neubau mit Tiefgarage in der Gartenstraße aussehen. | Bild: Deck, Martin

Er betonte, dass eine Entwicklung des Quartiers notwendig sei und verwies auf ein Sanierungskonzept von 1998 für die Fischerhäuservorstadt: Schon damals war eine Nachverdichtung, "auch wenn das damals niemand so genannt hat", gewollt. Man müsse froh sein, wenn es Investoren gebe, die Wohnraum schaffen wollen. 

Zwar werden die beiden Neubauten deutlich größer ausfallen als das bestehende Haus, aber man könne die heutigen Standards nicht mit denen der 1970er vergleichen: "Wir wollen eine neuzeitliche Entwicklung." Auch der Gemeinderat zeigte sich mit der nun vorgelegten Planung weitestgehend zufrieden. Mit dem angestrebten Bebauungsplan wollen die Räte klare Richtlinien für die Zukunft schaffen und Diskussion wie aktuell verhindern.

Nachbarn begrüßen Beschluss

Auch die Nachbarn begrüßen den Beschluss pro Bebauungsplan, den sie selbst angestrebt hatten. Dass aber das Bauvorhaben, das ihnen trotz erneuter Überarbeitung noch immer zu massiv erscheint, kommen soll, können sie nicht verstehen. "Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen", sagt Eric Hueber. Die Anwohner könnten nicht nachvollziehen, weshalb in der Gartenstraße andere Maßstäbe angelegt würden, als in der Hafenstraße. Ohne Veränderungssperre kann das Bauvorhaben umgesetzt werden, bevor ein Bebauungsplan steht.

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Stadtplaner Kölschbach argumentiert, dass es in der Fischerhäuservorstadt im Gegensatz zur Hafenstraße "nichts Historisches im direkten Umfeld" gebe. Hierfür holte er sich mehrere Rügen aus dem Rat ein. Schließlich befinden sich in der Umgebung des Bauvorhabens das denkmalgeschütze Wohnhaus mit Werkstatt des Künstlers Victor Mezger, das ehemalige Amtsgefängnis und die Stadtbefestigung mit Gallerturm.

Die Genehmigung für das Bauvorhaben liegt nun bei der Baurechtsbehörde. Sobald die Pläne zur Einsicht vorliegen, wollen sich die Nachbarn erneut zusammensetzen und über mögliche Einsprüche beratschlagen.