Nachdem sich die Stadt zum Aus des Kleinkunstfestivals "Kultur im Kapuziner" geäußert und die Schuld von sich gewiesen hat, kontert Veranstalter Reinhard Weigelt und behauptet, dass die Verwaltung "teilweise lügt". So, wie die Stadt das Vorgehen in ihrer Stellungnahme schildert, sei es "unwahr und konstruiert".

Zwar habe es tatsächlich ein Angebot von OB Jan Zeitler für den Aufbau des Glaspavillons auf der Zimmerwiese gegeben, allerdings sei dieses erst nach seiner Absage von "Kultur im Kapuziner" gemacht worden betont der Eventmanager.

Abgesehen davon käme der Platz beim Schlachthof für ihn nicht infrage: "Bei den mir entstehenden Kosten für den Glaspalast kann ich mir nur Standorte vorstellen, die meiner Meinung nach, auch beim Publikum funktionieren", schreibt Weigelt. "Welche alternativen Standorte Herr Zeitler meint, weiß ich nicht, aber auf dem Schlachthausareal oder in Altbirnau oder am Mantelhafen funktioniert so ein Konzept nicht."

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Auch stimme es nicht, dass er eine Ablehnung seiner Anfrage für die Fischerwiese beim Gondelehafen innerhalb der gesetzlichen Frist erhalten habe. Er habe seine Unterlagen bereits am 12. November 2018 vollständig beim Bauamt eingereicht und dies auch so bestätigt bekommen, schreibt Weigelt. "Mir wurde nicht gesagt, bis wann ich mit Antwort rechnen kann, jedoch dass es ob der Wichtigkeit und des Zeitdrucks schnell behandelt wird."

Eine Absage habe er aber erst am 7. März 2019 und erst auf eigene Nachfrage erhalten. Nachdem zunächst die Personalbelastung in der Bauverwaltung als Grund genannt worden sei, habe er eineinhalb Stunden nach dem Telefonat eine detaillierte Ablehnung erhalten: "Das heißt für mich, die gab's schon und wurde zurückgehalten."

Die Argumentation der Stadt, dass der Glaspavillon im Widerspruch zum städtischen Vergabekonzept stehe, will Weigelt auch nicht gelten lassen: "Da steht lediglich drin, dass alles, was die Stadt auch will, möglich ist (sinngemäß)."

Auch CDU äußert Unverständnis über Verwaltung

In der Diskussion um die Absage von "Kultur im Kapuziner" und der "Kleinen Oper am See" meldet sich nun CDU-Fraktion zu Wort. "Mit Erstaunen", so Fraktionssprecher Günter Hornstein, habe die CDU die Entscheidung der Verwaltung zur Kenntnis genommen, dass es nicht möglich sein soll, einen "für die Veranstalter adäquaten Platz zur temporären Errichtung eines Veranstaltungsraumes" zu finden.

"Eine Beratung in den städtischen Gremien fand nicht statt", kritisiert die Fraktion. "Einmal mehr betrachtet die Verwaltung offensichtlich ein für unsere Stadt so wichtiges Thema als 'Sache der laufenden Verwaltung'. Die CDU-Fraktion hätte sich eine Einbindung des Gemeinderates als Hauptorgan gewünscht."

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Zwar sei offen, ob eine Beratung im Gemeinderat oder Kulturausschuss ein anderes Ergebnis gebracht hätte, "aber eine öffentliche Beratung und Diskussion bringt zumindest Transparenz in solche Angelegenheiten und trägt zur Akzeptanz der dann getroffenen Entscheidung maßgeblich bei". Außerdem würden sich bei solchen Diskussionen unter Umständen Ideen ergeben, die der Verwaltung so nicht bekannt seien.

"Vor diesem Hintergrund ist es für uns unverständlich, dass die Verwaltung den Gemeinderat, wie beispielsweise bereits beim diesjährigen Standort der Eisbahn, in solchen Fragen nicht miteinbezieht", heißt es in der Pressemitteilung.

"Wir fordern die Verwaltung bei der Bearbeitung solcher öffentlichkeitswirksamer Themen künftig zu mehr Sensibilität und frühzeitige Einbindung der städtischen Gremien und damit der Öffentlichkeit auf."