Schon während des Gottesdienstes in der Auferstehungskirche konnte Udo Pursche die Tränen kaum unterdrücken. Sichtlich gerührt war er bei seinem Dank für die zahlreichen anerkennenden Grußworte im Saal des evangelischen Pfarrhauses, die ihn nach 43-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Diakonischen Werks im Kirchenbezirk Überlingen-Stockach in den Ruhestand begleiteten. Vertreter des Kirchenbezirks, der Kommune und des Kreises, Weggefährten und Mitarbeitende zollten dem 67-Jährigen Pursche großen Respekt für die engagierte Arbeit, für stets klare Worte und eine offene, verlässliche Partnerschaft bei den vielfältigen Aufgaben.

Bürgermeister bedanken sich für Zusammenarbeit

"Lasst uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und der Wahrheit", hatte Dekanin Regine Klusmnann die Tageslosung aus dem Johannes-Evangelium als geradezu geschaffen für das diakonische Wirken von Udo Pursche bezeichnet. Schon am Abschiedsgottesdienst für Udo Pursche, der zugleich die feierliche Einführung des Nachfolgers Gerhard Hoffmann beinhaltete, nahmen nicht nur Oberbürgermeister Jan Zeitler und Bürgermeister Matthias Längin teil, sondern unter anderem Henrik Wengert aus Owingen und Jürgen Stukle aus Frickingen sowie Sozialdezernent Ignaz Wetzel als Vertreter von Kommunen und Landkreis. Spätestens bei der Flüchtlingsbetreuung hatten die Nachbargemeinden mit Pursche zu tun und lernten seine zupackende Art und lösungsorientierte Arbeit schätzen, wie manche formulierten.

Das könnte Sie auch interessieren

Gisela Bruszt, Vorsitzender der Bezirkssynode, skizzierte noch einmal die massiven Veränderungen in Art und Umfang der Arbeit im Verlauf der mehr als vier Jahrzehnte diakonischer Arbeit unter der Regie Pursches. Bruszt hob dessen ethische Arbeitshaltung hervor, die stets auf dem christlichen Bewusstsein gegründet habe. Die zahlreichen Anknüpfungspunkte mit der Kommune hob OB Jan Zeitler hervor. Bezugnehmend auf ein Bibelwort beschrieb er Pursches Wirken: "Suchet der Stadt Bestes." Er beherrsche die ganze Klaviatur sozialer Fragestellungen und sei bei den Mitarbeitern im Rathaus stets wohl gelitten gewesen. "Ich mag ihn, den alten Knochen", habe eine Formulierung gelautet.

Gute Kooperation, aber nicht immer derselben Meinung

Bernhard Hatt als langjähriges Pendant bei der Caritas sprach im Namen der Freien Wohlfahrtspflege einige gemeinsame Erfolge an und nannte insbesondere die "Charta oecumenica". Welche Spuren der streitbare Pursche hinterlassen hat, wurde auch an einem Beitrag von Egon Stoll deutlich. Der langjährige Sozialdezernent des Kreises war der erste Verhandlungspartner im Landratsamt und ließ es sich nicht nehmen, die konstruktive und zielstrebige Kooperation zu loben. "Wir haben sehr gut zusammengearbeitet", betonte Stoll, "auch wenn wir politisch nicht immer einer Meinung waren – und dies auch heute sicher nicht sind."