Herr Zeitler, Sie sitzen hier am Schreibtisch in Horb, ihr Kopf ist aber vermutlich schon längst in Überlingen, das unterstelle ich jetzt einfach mal. Was würde denn Ihr Chef, Oberbürgermeister Rosenberger, sagen – sind Sie noch bei der Sache?

Die Sorge muss er gar nicht haben, denn das beweise ich tagtäglich, indem ich meine Arbeit wie in den vergangenen Jahren auch mache. Das ist mir auch wichtig. Ehrlich gesagt habe ich auch den Ehrgeiz, mein Amt ordentlich zu übergeben, vor allem aber auch für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Haushaltsberatungen Budgets im Gemeinderat auszuhandeln, die ihnen auch ein gutes nächstes Jahr ermöglichen. Sprich, dass Straßenprojekte abgearbeitet werden können und Stützmauern saniert werden können, all diese Dinge. Insofern würde mein Chef sagen: Der Zeitler macht seine Arbeit wie immer.

Und es gelingt Ihnen, einen geordneten Arbeitsplatz zu übergeben, wie es dann immer so schön heißt?

Sagen wir mal so – es wird mir gelingen, denn es ist noch ein bisschen an Arbeit zu tun. Ich habe einige wichtige Unterlagen bei mir direkt im Büro, da geht es um Beteiligungsgesellschaften – all dies möchte ich natürlich meinem Nachfolger übergeben. Vieles ist in den Fachbereichen an fachlichen Unterlagen, aber ich bin sehr bestrebt, alles so aufzubereiten, dass der Nachfolger hier ein bestelltes Haus vorfindet.

Wer soll Sie in die Geheimnisse der Überlinger Verwaltung einführen – analog zur US-Wahl: Wer überreicht Ihnen den Koffer?

Es ist ja so, dass es eine Verwaltungsspitze und engagierte Fachbereichsleiter gibt, die natürlich momentan schon Dinge vorbereiten. Es gab auch schon ein Vorgespräch mit der derzeitigen Amtsinhaberin, Frau Becker. Ich weiß, dass Bürgermeister Längin und die Fachbereichsleiter auf den Wechsel vorbereitet sind, und insofern bin ich zuversichtlich, dass irgendjemand mir den Koffer übergeben wird. Sehr gerne von der derzeitigen Amtsinhaberin, wenn Frau Becker das machen möchte, aber die Erwartung darf man natürlich nicht haben. Sprich, ich bin auch zufrieden, wenn mir Herr Längin oder ein Fachbereichsleiter den Koffer übergibt.

Mit welchem Konzept bemühen Sie sich um Beratung? Ich frage noch etwas zugespitzter: Sind Sie eher der Einzelgänger, der allen zuhört, die zu Ihnen durchdringen oder werden Sie ganz gezielt eine Art Beratergremium gründen?

Grundsätzlich ist festzustellen, die Verwaltungsspitze besteht aus Oberbürgermeister und Bürgermeister in Überlingen, wie in Horb übrigens auch. Das wird ein enger Kreis sein, in dem man viele Dinge auch vertraulich bespricht. Dann gibt es Fachbereichsleiter, die natürlich auch über die Fachsbereichsleiterrunde mit einzubeziehen sind und es gibt weitere Führungskräfte im Haus. Ich werde allen zuhören, das entspricht meinem Naturell. Ich werde aber nicht jedem die Möglichkeit geben, seine Dinge an mich heranzutragen, wenn ich das Gefühl habe, es macht keinen Sinn. Das ist einfach der Zeithorizont, der einen da beschränkt. Es kann nicht alles auf einen einströmen, man muss auch filtern. Aber letzten Endes sehe ich mich schon als jemanden, der innerhalb der Verwaltungsspitze derjenige ist, der die Marschroute vorgibt und der gemeinsam mit den Kollegen Bürgermeister und Fachbereichsleiter die Themen der Stadt bespricht und dann in den Gemeinderat trägt.

Jetzt sind Sie ja nicht nur Chef einer Verwaltung, sondern zugleich Stadtoberhaupt und Vorsitzender des Gemeinderats. Das heißt, sind von Menschen umgeben, die Sie beraten und unterstützen möchten – oder in eine bestimmte Richtung lenken möchten…

Das war ja auch Ausdruck meines Wahlkampfs. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, zum einen, zu den Menschen zu gehen, rauszufahren, mit ihnen zu sprechen und zuzuhören. Das möchte ich so beibehalten, wenn der Wunsch an mich herangetragen wird. Außerdem werde ich sehr gerne in die Gemeinderats-Fraktionen gehen, um mir hier ein Feedback zu holen, wie wir als Verwaltung fortschreiten sollen. Und es wird regelmäßige Bürgersprechstunden geben, wo auch der einzelne Bürger die Möglichkeit hat, Dinge an mich heranzutragen. Aber ich werde auch zu Bürgerinitiativen, zu Vereinen, zu sonstigen Vereinigungen gehen.

Aus den zwölf Prozent bei den OB-Wahlen für Ihre Amtsvorgängerin lässt sich ableiten, dass sie im Lauf der letzten acht Jahre entweder Selbstkritik verloren hat oder über die Maßen von Leuten umgeben war, die sie fortwährend bestätigten oder lobten. Wie schaffen Sie es, auf dem Boden zu bleiben?

Ich denke, dass ich eine andere Herangehensweise habe an das Amt des Oberbürgermeisters: Ich möchte nahe bei den Menschen sein. Das sage ich bewusst und das wird sich durch meine gesamte Amtsperiode durchziehen. Ganz interessant finde ich zufällige Begegnungen in Überlingen, beispielsweise samstags. Meine Frau und ich sind vor zwei Wochen über den Wochenmarkt gelaufen und wurden vielfach angesprochen. Ein Bürger hat mich gefragt: Darf ich Sie denn ansprechen? Dann habe ich gesagt, ja klar, ich bin ja Ihr zukünftiger Oberbürgermeister. Für mich ist es, wenn ich mich in der Stadt bewege, auch Teil der Aufgabe, für die Menschen ansprechbar zu sein. Dass man nicht immer die Zeit haben wird, die man gerne an der Stelle haben möchte, das verstehen die Bürger. Das kann man auch erläutern. Also sprich: Ich möchte ab Februar 2017 ein nahbarer Oberbürgermeister sein, nicht erst, wenn es in Richtung Wahlkampf geht. Das kann ich auch jetzt schon ankündigen, ich werde die eine oder andere Veranstaltung, die ich im Wahlkampf durchgeführt habe, fortführen. Zum Beispiel, an einem Samstagmorgen im Mai, wenn das Wetter wieder ein bisschen schöner ist, mit einem Stand auf dem Wochenmarkt stehen. Und warum soll ich nicht im Rathauscafé regelmäßig eine Bürgerlounge veranstalten und sagen, kommt, wir haben ein Thema, über das diskutieren wir gemeinsam. Jeder, der sich einbringen möchte, kann mit mir darüber diskutieren. Das sind Dinge, die möchte ich auch in Zukunft so fortführen.

Werden Sie Ihr Umfeld auch gezielt ermuntern, Ihnen auf die Nase zuzusagen, wenn Sie Fehler machen?

Das ist eine Frage der Selbstkritik. Ist man kritikfähig, was die eigene Person angeht, oder ist man es nicht? Ich bin durchaus kritikfähig und ich habe eine Frau an meiner Seite, die sehr offen mit mir über Dinge spricht, die sie gut findet, aber auch über Dinge, die sie nicht gut findet. Und natürlich bin ich auch gewählt, um Ratschläge und Dinge aufzunehmen, die man an mich heranträgt. Das heißt aber nicht, ich stimme dem dann hundertprozentig zu, aber es wird reflektiert und es wird durchdacht. Und wenn an Kritik etwas dran ist, dann bin ich auch bereit, mich zu verändern.

Hat sich Ihr Bild von Überlingen seit der Wahl am 27. November in irgendeiner Weise gewandelt oder erweitert?

Es hat sich schon dahingehend erweitert, als dass ich mich noch intensiver mit der Stadt auseinandersetze. Das hängt auch damit zusammen, dass ich E-Mails und Briefe bekomme, in denen man sehr konkret auf Fragestellungen eingeht. Ich muss derzeit noch ein bisschen bremsen und vermitteln, ich bin noch nicht im Amt. Ein Bürger hat mich letztens angerufen und gefragt: Man findet Sie auf der Homepage der Stadt noch gar nicht, wie kann man Sie eigentlich erreichen? Daraufhin sagte ich, jetzt noch gar nicht. Also, Sie sehen, die Verengung der Fragestellungen auf konkrete Dinge findet bereits jetzt statt. Sprich, ich tauche intensiver in die Stadt ein.

Können Sie, über den Wahlkampf hinausgehend, konkrete Projekte benennen, die Sie so oder so entwickeln wollen?

Nein, das wäre zu früh, weil mir hierfür noch der Input aus dem Haus fehlt. Da freue ich mich auch darauf: Zu Beginn des Amtsantritts werde ich versuchen, in möglichst viele Bereiche detaillierter reinzuschauen. Zum Beispiel in alle Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet, an einem anderen Tag werde ich mir alle Standorte der Feuerwehr anschauen, um relativ schnell das detailliertere Gefühl von der Stadt zu bekommen. Und da brauchen Sie einfach die Mitarbeiter, die ihnen etwas dazu berichten, und dann die Kenntnisse vor Ort vermitteln. Und wenn man dieses Bild, was ich relativ schnell aufnehmen kann, im Kopf hat, dann kann man da auch konkreter in die Fragestellungen der Stadt eintauchen.

Der neue Haushaltsentwurf fürs Jahr 2017 ist im Gemeinderat schon eingebracht worden. Trägt er zu Teilen schon Ihre Handschrift?

Nein, darf er gar nicht. Ich bin derzeit gewählter Bürgermeister in Horb am Neckar und in der momentanen Verantwortung ist die gewählte Oberbürgermeisterin mit der Verwaltungsspitze, den Fachbereichsleitern und dem Gemeinderat. Ich habe bewusst vermittelt, ich möchte mich an dieser Stelle nicht einbringen, das wäre einfach verfrüht. Das hängt auch damit zusammen, dass ich eine Mitverantwortung für den städtischen Haushalt in Horb am Neckar trage und hier auch gefordert bin. Insofern ganz klare Aufgabentrennung. Das ändert aber nichts daran, dass ich natürlich einen Wunsch habe hinsichtlich eines genehmigungsfähigen Haushalts. Aber ich glaube, da ist man auf einem guten Weg, wenn man die Presse, den SÜDKURIER, verfolgt.

Aber bleiben wir trotzdem kurz beim Haushalt. Sie haben im Wahlkampf mehrmals darauf hingewiesen, dass Überlingen theoretisch in der Lage ist, sehr viel Geld umzusetzen, praktisch es aber dann doch am Personal fehle, die finanzierbaren Projekte tatsächlich anzugehen. Welche Vorschläge an den Gemeinderat leiten Sie daraus ab?

Überlingen verfügt über eine hohe Liquidität, das hat jetzt der Kämmerer wieder bestätigt. Andererseits höre ich oft die Aussage, dass man der Meinung ist, dass man nicht das Personal hat, um dann auch tatsächlich in die Aufgabenumsetzung einzusteigen. Und das ist für mich eine wichtige Fragestellung, die ich natürlich beantwortet haben möchte: Warum ist das so? Ist es tatsächlich so, dass es im Rathaus zu wenig Personal gibt? Ist es eine Frage der Koordination? Werden die Schwerpunkte falsch gesetzt? Das wird einer der ersten Punkte sein, die ich gerne klären möchte. Wenn Sie mit anderen Großen Kreisstädten vergleichen, Horb beispielsweise, haben Sie einen ähnlichen Personalspiegel wie in Überlingen. In Horb bekommen wir unsere Aufgaben abgearbeitet. Das muss ich nun in Überlingen hinterfragen und Lösungsansätze finden.

Der Wunsch, die Verwaltung handlungsfähiger zu machen: Kann das auch beinhalten, dass Sie an der Verwaltungsstruktur etwas ändern?

Das ist immer so, wenn jemand neu in eine Verwaltung reinkommt, dass er prüft, ob gewisse Prozesse anders abzubilden sind. Vielleicht ist es auch so, dass die Aufgabenfülle zu groß ist. Mein Lieblingsbeispiel ist das Facility Management, was auch immer wieder vom Gemeinderat benannt wird. Wenn es 190 Immobilien gibt, die zu verwalten sind, muss man auch mal die Frage stellen, sind es nicht ein paar Immobilien zu viel, wenn man gar nicht mehr hinterherkommt?

Zu viel für den einzelnen Mitarbeiter?

Ja, für den einzelnen Mitarbeiter. Da darf man schon mal hinterfragen, wer macht was und macht es überhaupt Sinn, diese hohe Anzahl an Immobilien zu halten, wenn man gar nicht hinterher kommt, Erhaltungsmaßnahmen zu beauftragen und auch durchzuführen. Das wird eine meiner ersten Aufgaben sein. Wenn Sie die Verwaltungsstruktur ansprechen: Ich schaue mir das Organigramm an und mache mir hierzu meine Gedanken. Jetzt ist noch nicht an der Zeit an konkrete Maßnahmen zu denken. Aber das ist doch ganz klar, jeder OB hat eine andere Arbeitsweise und wird seine Handschrift bei der Organisation der Verwaltung hinterlassen.

In Horb war das Bauressort Ihr Hoheitsgebiet, in Überlingen gibt es eine andere Aufgabenverteilung, da die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister und da der Baubürgermeister. Aber wie gedenken Sie sich die Arbeit mit Bürgermeister Längin aufzuteilen?

Ich wurde auch im Wahlkampf als Baubürgermeister benannt, wobei man ganz klar sagen muss, Horb hat eine Dezernatsstruktur, also sprich, sie müssen nicht zwangsweise Bauingenieur sein, um das Dezernat II, das ich derzeit verantworte, zu leiten. Also sprich, ich sehe momentan die Zuständigkeiten von Baubürgermeister Längin, sehe die Oberbürgermeister-Zuständigkeiten. Das heißt nicht, dass ich zwangsweise etwas ändern möchte. Aber man muss natürlich immer wieder hinterfragen, macht es Sinn, die Aufgabenverteilung so zu belassen, wie sie ist? Alles das wird Gegenstand der ersten Gespräche sein, im ersten halben Jahr wird man sich da relativ viele Gedanken machen, wie wir die Verwaltungsstruktur gestalten. Aber dies erfolgt gemeinsam.

Einer Ihrer ersten Sätze im Kursaal nach der gewonnen Wahl war: „Überlingen, wir kommen!“

Das war der Abschlusssatz.

„Wir“, damit meinten Sie sich und Ihre Frau und Sie versprachen, ich zitiere: „eine saubere Lösung, was die Aufgabe Ihrer Frau als Gartenschau-Geschäftsführerin betrifft und die nötige Abgrenzung zu Ihnen als Oberbürgermeister“. Wie wird diese „saubere Lösung“ aussehen?

Ich werde Ihnen da noch – ich sage bewusst „noch“ – keine konkrete Antwort geben, aber ich kann Ihnen sagen, die Dinge sind derzeit bereits im Fluss. Da gehört auch dazu, dass man mit seiner zukünftigen Rechtsaufsicht spricht. Sie wissen, das ist für die Große Kreisstadt Überlingen das Regierungspräsidium Tübingen. Da ist es mir natürlich daran gelegen, auch die Rückkoppelung zu haben, wie die übergeordnete Behörde diesen Sachverhalt sieht. Was für Empfehlungen gibt es an dieser Stelle? Es gab schon erste Telefonate und es wird auch noch ein Gespräch geben, um dann letzten Endes eine Lösung präsentieren zu können, die dann für alle die beste Lösung darstellen wird.

Wird die Lösung noch vor dem 1. Februar eingetütet? Wenn Sie am 1. Februar antreten, dann sind Sie automatisch Aufsichtsratsvorsitzender.

Lassen Sie es mich so formulieren: Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Ich weiß auch, dass es die Beschäftigung mit der Frage im Regierungspräsidium schon mit Ende des Wahlkampfes gab. Ich würde sagen, im Laufe des Januars werden wir da entscheidend weiterkommen, um dann letzten Endes mit Amtsantritt eine Lösung präsentieren zu können.

Sie sind mittlerweile Mitglied beim Verein „Freunde der Landesgartenschau“. Wäre es denn in Ihren Augen ein unüberwindbarer Widerspruch, auch Mitglied bei der BÜB zu werden?

(lacht) Der Eintritt bei den „Freunden der Landesgartenschau“ ist mir sehr leichtgefallen. Das war ein angenehmer Abend. Bezüglich der BÜB – Bäume zu schützen per se finde ich jetzt mal ein legitimes Anliegen. Das ist nichts Verkehrtes. Die Frage ist doch, sind das schützenswerte Bäume? Wo stehen diese Bäume? Sind das Bäume, für die es keinen Ersatz geben kann? Insofern – Sie haben ja konkret gefragt, könnte ich auch bei der BÜB eintreten? Ich weiß gar nicht, ob man bei der BÜB überhaupt eintreten kann. Das ist eine Bürgerinitiative, der man sich anschließen kann. Da muss man gar keinen konkreten Mitgliedsbeitrag zahlen und keinen Antrag unterschreiben. Die Ziele der BÜB sind momentan sehr fokussiert auf einen bestimmten Baumbestand. Wenn man auf der einen Seite das Projekt Landesgartenschau sieht und dann diese fokussierten Ziele, die die BÜB verfolgt, dann wird es halt schwer, bei beiden Vereinigungen Mitglied zu sein. Und ich bin bekennender Freund der Landesgartenschau und habe immer Folgendes gesagt: Solange eine BÜB sich auf die Fahnen geschrieben hat, an Maximalforderungen festzuhalten, dann tue ich mich schwer, dem zu folgen und damit – bezogen auf Ihre Frage – an einen „Eintritt“ bei der BÜB überhaupt zu denken.

Ich möchte jetzt nicht eine neue Platanendebatte vom Zaun sprechen, das liegt mir fern. Die Frage zielt natürlich mehr in die Richtung, wie schaffen Sie es als Oberbürgermeister aller Überlinger, die Flügel zusammenzubringen?

Ich bin ja angetreten mit der Maßgabe, dass mir der städtische Frieden wichtig ist. Das heißt, Gespräche darf man aus meiner Sicht führen. Die Frage ist, wie geht man nach Gesprächen auseinander, wenn es nicht gelingt, Maximalforderungen durchzusetzen. Und ich möchte auch die Gespräche mit der BÜB führen. Aber ich weiß natürlich momentan nicht, wie man sich bei gegebener Beschlusslage zu dem, was man in der Vergangenheit gefordert hat, stellt.

Weihnachten steht vor der Türe und das Ehepaar Zeitler ist auf Herbergssuche. Haben Sie denn schon eine passende Wohnadresse gefunden?

Das Ehepaar Zeitler/Stoll-Zeitler war sehr fleißig, was Herbergssuche angeht. Wir haben tatsächlich eine Herberge gefunden, die ist unter Dach und Fach. Ab dem 1. März werden wir beide uns in Überlingen anmelden können und sind, ehrlich gesagt, sehr froh, dass es so schnell gegangen ist und wir dann echte Überlinger sein können.

Dazu Glückwunsch. Die Überlinger, die verzweifelt seit langer Zeit eine neue Bleibe suchen, hätten sich vielleicht gewünscht, dass der Oberbürgermeister auch ein bisschen ein Gefühl dafür bekommt, wie schwierig die Wohnungssuche ist. Insofern doppelt Glückwunsch. Aber wo werden Sie denn wohnen?

Zur Problematik der Suche: Es wurde plötzlich eine Immobilie frei und wir haben diesbezüglich eine Nachricht bekommen. Hingefahren, angeschaut und es hat wunderbar gepasst. Das war also wirklich ein Zufall, für den wir sehr dankbar sind.

Weil einfach stadtbekannt war, dass da ein Ehepaar nach Überlingen ziehen wird?

Ja, und weil wir liebe Freunde in Überlingen haben, die sich ein bisschen umgehört haben und gesagt haben, das könnte doch was sein. Wir werden mitten in Überlingen wohnen, sehr zentral.

Mit Blick auf den See und die Berge?

Kein Seeblick. Aber Seeblick war auch kein Kriterium. Es wäre natürlich schön, wenn man ihn hätte, aber wir wissen ja alle um die Schönheiten Überlingens. Und wenn man auf den See blicken möchte, gibt es tolle Plätze, wo man das tun kann. Deswegen ist es einfach eine Immobilie, wo wir sagen, da können wir uns wohlfühlen, überschaubar, nichts überzogen Großes, einfach ein Platz, um sich ein bisschen zu erholen und auch zentral in Überlingen zu sein. Das war mir wichtig. Vor allem, da mache ich auch keinen Hehl draus, der Faktor Zeit hat auch eine Rolle gespielt. Wir wollten keine Immobilie haben, in die man erst zum 1. Juli hätte einziehen können. Einzugstermin ist 1. März 2017 – perfektes Datum. Wir müssen nur einen Monat überbrücken.

Was wünschen Sie sich für die Überlinger für 2017?

Da wünsche ich mir zum einen, dass man wieder etwas enger zusammenrückt und gemeinsam dieses großartige Projekt angeht, den eigenen Lebensraum zu gestalten. Zum anderen, dass man sagt, wir erkennen an, es gibt vielfältige Bedürfnissen von Jung bis Alt. Und wenn ich den Wunsch noch etwas ausweiten dürfte, sehen wir hierbei unseren neugewählten Oberbürgermeister als denjenigen, der uns kompetent begleitet, gemeinsam mit einer Verwaltung und einem Gemeinderat, der auch Vorschläge machen darf, die wir dann gerne diskutieren und vielleicht gemeinsam umsetzen. Das wäre mein Wunsch. Aber jetzt wünsche ich erst Mal allen Überlingern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zur Person

Jan Zeitler (SPD), Verwaltungswissenschaftler, 46 Jahre alt, verheiratet, aufgewachsen in Ludwigsburg, studierte in Bayreuth und Konstanz Recht- und Verwaltungswissenschaften. Seit 2010 ist er Beigeordneter in Horb, verantwortlich für die Fachbereiche Recht und Ordnung sowie Technische Betriebe. Am 27. November wurde er zum Nachfolger von Sabine Becker als Oberbürgermeistetrin gewählt. Er erhielt im zweiten Wahlgang 50,1 Prozent der Stimmen, Sabine Becker kam auf 12,1 Prozent, Klaus Kirchmann auf 37,8.

 

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