Das Nikolausmünster in Überlingen und Markus Korn verbinden viele Erlebnisse. Der heute 56-Jährige wurde dort getauft, hat seine Kommunion empfangen, seine Firmung und Hochzeit gefeiert und schließlich auch seine Kinder taufen lassen. Seit 2001 ist er außerdem als Mesner am Münster tätig und kümmert sich im Hintergrund um die Instandhaltung und den reibungslosen Ablauf.

Zu seinem Dienst in der Kirche kam der gelernte Maler durch den damaligen Pfarrer Hansjörg Weber. Dieser wurde auf ihn aufmerksam, weil seine Frau im Pfarrzentrum als Hausmeisterin arbeitet. „Er hat einen Praktiker gesucht“, erklärt Markus Korn.

Und Korn ist genau das: Im Nikolausmünster packt er fast überall mit an, ist für die verschiedensten Aufgaben zuständig. Wenn es an Ministranten, Lektoren oder Kommunionhelfern fehlt, springt er ein, zudem kümmert er sich darum, dass es dem Münster an nichts fehlt – weder an Kerzen, noch an Putzmitteln oder anderen Dingen. Markus Korn pflegt die Blumen, überwacht die technischen Anlagen, hält das Münster sauber und sorgt vor und während der Gottesdienste oder Konzerte für einen reibungslosen Ablauf.

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Rund um die Uhr im Einsatz

„Der Mesner ist der gute Geist im Hintergrund„, sagt er lächelnd. „Oder auch der böse Geist, wenn sich jemand nicht benehmen kann.“ Dann ist Markus Korn nämlich dafür zuständig, den Störenfried nach draußen zu geleiten oder notfalls sogar die Polizei zu verständigen, was schon vorkam. Außerdem stellt er eine Art Verbindungsglied zwischen Pfarrer und Pfarrgemeinde dar. Wer nicht direkt mit dem Geistlichen sprechen möchte, kann sich an Korn wenden. Doch damit nicht genug: „Das Einlernen der neuen Ministranten ist auch mit meine Aufgabe.“

Markus Korn in der Sakristei des Münsters. Hier bereitet er den Gottesdienst vor.
Markus Korn in der Sakristei des Münsters. Hier bereitet er den Gottesdienst vor. | Bild: Marinovic, Laura

All diese unterschiedlichen Zuständigkeiten kosten Zeit. Bis auf sechs freie Sonntage und seinen Urlaub sei er jeden Tag im Einsatz – und das notfalls rund um die Uhr. „Es muss alles funktionieren, egal wann“, sagt der 56-Jährige. Wenn seine Hilfe benötigt werde, stehe er bereit.

Vor Kurzem hatte die Alarmanlage des Münsters eine Störung und ging mitten in der Nacht los, erzählt Markus Korn. Dreimal wurde er aus dem Bett geklingelt: „Da war nichts mit Nachtruhe.“ Außerdem habe er zwar montags im Normalfall einen freien Tag, während dem Rest der Woche sei er allerdings im Nikolausmünster beschäftigt, mal länger, mal auch nur für ein paar Stunden.

Insbesondere an Hoch- und Sonntagen habe er viel zu tun, um die Gottesdienste vorzubereiten – dann, wenn andere Menschen frei haben. „Die Mesnertätigkeit ist schön, aber nicht ganz familienfreundlich“, fasst Korn zusammen. Seine Kinder seien zu Beginn seiner Tätigkeit noch klein gewesen und er habe nicht oft gemeinsam mit ihnen Freizeit gehabt. „Aber wenn man sich den Job aussucht, weiß man, was auf einen zukommt“, so Korn. Mittlerweile habe jeder in seiner Familie sich damit arrangiert.

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Und auch Markus Korn hat trotz der Einschränkungen viel Spaß an seiner Arbeit. „Wenn man den Beruf nicht mit Herzblut macht, ist man falsch“, ist er sich sicher. Ihm gefalle der Kontakt zu den Menschen und der christliche Hintergrund seiner Tätigkeit. „Und die Rückmeldung der Kirchengemeinde ist klasse“, sagt Markus Korn. „Und das baut unheimlich auf.“ Er möchte daher noch eine ganze Weile lang als Mesner im Münster arbeiten. Und im Hintergrund für Ordnung sorgen.