Ein Flohmarkt für Kinder und Eltern, die Standeinnahmen fließen in den Naturschutz – am kommenden Samstag veranstaltet der Naturschutzbund (Nabu) seinen langjährigen Familienflohmarkt, Beginn ist um 8 Uhr. Das gewohnte Bild der Stände auf dem Überlinger Landungsplatz wird es nach zwölf Jahren aber nicht mehr geben.

Die Stadtverwaltung verkleinert die Marktfläche, die Besucher können am Samstag lediglich zwischen Landungsplatz und Mantelhafen bummeln. "Das ist weniger als die Hälfte der bisherigen Fläche und völlig unverständlich", erklärte Nabu-Vorsitzender Hartmut Walter, als die Entscheidung bekannt wurde.

Qualität der Angebote muss hoch sein

Der Grund für die verkleinerte Fläche liegt im März beschlossenen Vergabekonzept. Die Stadtverwaltung kann dadurch auf allen zentralen Plätzen in der Altstadt eine Veranstaltung genehmigen – oder eben nicht. Die Richtlinien sehen vor, dass die Qualität der Angebote hoch ist, die Anbieter aus Stadt und Region kommen, dazu sollen die öffentlichen Plätze nicht mit Veranstaltungen überfrachtet werden. Laut Angaben der Stadt wurden bereits 64 Veranstaltungen auf öffentlicher Fläche genehmigt.

Französischer Markt ebenfalls nicht auf dem Landungsplatz

Für eine Vergabe auf dem Landungsplatz gilt, dass die Veranstaltung keinen rein kommerziellen Charakter haben darf. Das dürfte für den Nabu-Familienflohmarkt, dessen Erlöse in den Naturschutz fließen, nicht zutreffen. Der Grund liegt laut Pressestelle der Stadt Überlingen darin, dass der Gemeinderat laut Vergabekonzept keine Flohmärkte auf dem Landungsplatz oder entlang der Seepromenade wünsche.

Dabei ist der Naturschutzbund nicht der einzige Veranstalter, für den der Landungsplatz zur Sperrzone geworden ist. Der französische Markt – seit zehn Jahren mit Ständen auf dem Platz vertreten – konnte mit seiner Ausrichtung ebenfalls nicht die Kriterien erfüllen, wie die Pressestelle mitteilt.

Das Feedback für Street-Food-Markt sei in den sozialen Medien durchweg positiv

Dafür aber der Street-Food-Markt von Organisator Markus Fetscher, eben jener Markt, der 2017 den Anstoß für die Debatte im Gemeinderat geliefert hatte. 15 so genannte Foodtrucks lieferten den Besuchern erneut am vergangenen Wochenende Gerichte aus aller Welt. Es sei ein Konzept, das vom Gemeinderat gewünscht sei und somit dem städtischen Interesse entspreche. Außerdem sei das Feedback in den sozialen Medien durchweg positiv, teilte die Pressestelle mit.

Organisator Fetscher bekam seine Zusage für den Landungsplatz nach monatelangem Warten – und dann erst durch ein persönliches Gespräch mit OB Jan Zeitler. Die Pressestelle, die diesbezüglich mitteilt, unsere Anfrage von Montag nicht erhalten zu haben, weshalb im gestrigen Bericht keine Antwort erfolgte, antwortet gestern folgendermaßen: "Normalerweise hätte die Veranstaltung vom Ausschuss für Bildung und Kultur genehmigt werden müssen, da die nächste Sitzung jedoch erst nach dem Markt stattgefunden hätte, hat OB Zeitler eine Eilentscheidung getroffen."

In Zukunft soll es weiterhin jährlich einen Street-Food-Markt auf dem Landungsplatz geben. Die Vergabe soll ausgeschrieben werden, um anderen Anbietern eine Chance zu bieten.