Auf 60 Jahre Blasmusik blickt Karl-Heinz Schwarzwälder zurück. Walter Stegmaier, Präsident des Blasmusikverbandes, ehrte den verdienstvollen Musiker im Rahmen des Doppelkonzertes des Musikvereins Hödingen mit dem Musikverein Harmonie Reiselfingen in der Turnhalle. Nur rund 30 von rund 5000 Musikern im Verband seien sechs Jahrzehnte aktiv, erläuterte Stegmaier. In der 95-jährigen Geschichte des Musikvereins Hödingen ist Schwarzwälder der erste, der so lange aktiv dabei ist. Doch damit nicht genug: Seine Tochter Alexandra Gutemann wurde von Vorsitzender Alexandra Hermle-Frassmann, gleichzeitig Geschäftsführerin des Blasmusikverbandes, zum ersten weiblichen Ehrenmitglied des Musikvereins ernannt. Ausgezeichnet wurden im Weiteren Manfred Wollmann (40 Jahre Musik), Martin Keßler (20 Jahre) und Timo Probst (10 Jahre).

Ehrungen beim Musikverein Hödingen (von links): Timo Probst, Manfred Wollmann, Martin Keßler, Alexandra Hermle-Frassmann, Alexandra Gutemann, Karl-Heinz und Heidi Schwarzwälder sowie Walter Stegmaier.
Ehrungen beim Musikverein Hödingen (von links): Timo Probst, Manfred Wollmann, Martin Keßler, Alexandra Hermle-Frassmann, Alexandra Gutemann, Karl-Heinz und Heidi Schwarzwälder sowie Walter Stegmaier. | Bild: Kleinstück, Holger

Keine Frage, dass Hermle-Frassmann einen ausführlichen Überblick über das musikalische Wirken Schwarzwälders zum Besten gab. Ihren Darstellungen zufolge trat dieser im Alter von 16 Jahren in den Musikverein Hödingen ein, nachdem er in der Volksschule Blockflöte, später von seinem Vater Tenorhorn erlernt und aich dann einige Instrumente selbst beigebracht hatte. Von 1975 bis 1981 war er stellvertretender Vorsitzender, während dieser Zeit wurde er Jugendausbilder für Trompete, Tenorhorn und Bariton. Zwei Jahrzehnte, von 1981 bis 2001, war Schwarzwälder Dirigent des Musikvereins Hödingen. „Er hat das Publikum stets mit seinem harmonisch fließenden Dirigierstil und seiner sichtbaren Freude für die Blasmusik verzaubert.“ Seitdem ist der 76-Jährige Vizedirigent der Hödinger und deren einziger Ehrendirigent. Darüber hinaus ist Schwarzwälder seit 1990 Kassierer beim Bezirk I des Blasmusikverbandes Bodenseekreis und leitete bis zur Auflösung im vorigen Jahr ein halbes Jahrhundert die „kleine Besetzung“ des Vereins, später auch „Schwarzwälder Musikanten“ genannt. Als Höhepunkt in der 95-jährigen Geschichte des Musikvereins Hödingen stellte Alexandra Hermle-Frassmann das erste deutsche Bundesmusikfest in Trier im Jahre 1993 heraus, bei dem die Hödinger unter Leitung von Schwarzwälder als einziger Verein des Bodenseekreises teilnahmen und den ersten Rang mit Belobigung erspielten. „Nicht nur Deine außerordentliche besondere Begabung, sondern auch Dein lustiges, humorvolles und geselligeres Wesen machen Dich bis heute zu einem der liebsten und wichtigsten Persönlichkeiten in unserer Kapelle und unserem Verein“, lobte Alexandra Hermle-Frassmann, bevor die Kapelle ihm zu Ehren den Marsch „Triomfator“ erklingen ließ.

Ehrendirigent Karl-Heinz Schwarzwälder beim Ausüben seines Amtes.
Ehrendirigent Karl-Heinz Schwarzwälder beim Ausüben seines Amtes. | Bild: Kleinstück, Holger

Die Ehrungen standen zwar zweifelsohne im Mittelpunkt des Abends, doch Musik gespielt wurde natürlich auch. Das abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm, das von Klassik über Polka und Märsche bis hin zur Moderne nichts zu wünschen übrig ließ, fand die uneingeschränkte Wertschätzung des Publikums, darunter Adrian Staiger, Vorsitzender des Bezirks I des Blasmusikverbandes Bodenseekreis. Alexandra Gutemann und Martina Thomer vermittelten als Moderatorinnen Informationen zu den Stücken und Komponisten. Den Auftakt machte die Heimmannschaft unter dem bewährten Dirigat von Konrad Keßler, bevor die Gastmusiker aus Reiselfingen mit Dirigent Marc Kaltenbrunn mehrere Stücke zum Besten gaben. Eines der bekanntesten Stücke der Gäste war das „Pasadena“, arrangiert von Jacob de Haan, oder „Total Toto“ von Klaas van der Woude mit Tophits der kalifornischen Popgruppe Toto. Kesslers Schützlinge haten sich unter anderem „So schön ist die Blasmusik“ und die „Celebrate Air“, eines der beliebtesten Stücke des Barock, ausgesucht. Mit den Gästen aus der Nähe von Löffingen verbindet die Hödinger eine 39-jährige Freundschaft: Das erste gemeinsame Doppelkonzert wurde im September 1980 gegeben, wie Alexandra Hermle-Frassmann eingangs erläutert hatte.

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