Mittendrin statt nur dabei waren die 400 Bürgerinnen und Bürger, die neben den geladenen Gästen eine Karte für den Jubiläumsauftakt der Stadt im Kursaal bekommen hatten. Ob Überlingen gegebenenfalls eine Stadthalle brauche, damit alle, die gerne gekommen wären, einen Platz fänden, hatte Norbert Lammert als kleines Beispiel für kontroverse Themen genannt, die in einem Gemeinwesen demokratisch ausgehandelt werden müssten. Dessen im Verlauf zusehends politischer und kulturkritischer werdende Rede stieß beim Publikum aufgrund der Mischung von Leichtigkeit und Tiefgang auf große Begeisterung.

Sabine Becker: „Ein grandioser Auftakt“

„Das war einfach großartig“, freute sich Alt-Oberbürgermeister Reinhard Ebersbach über den gelungenen Auftakt zum Stadtjubiläum. Auch die frühere Oberbürgermeisterin Sabine Becker findet: „Ein grandioser Auftakt, eine überwältigende Rede von Norbert Lammert.“

„Die Rede hat mir gut gefallen, vor allem der Appell an das demokratische Engagement und die Kritik am Populismus“, sagt Hans-Otto Overbeck.
„Die Rede hat mir gut gefallen, vor allem der Appell an das demokratische Engagement und die Kritik am Populismus“, sagt Hans-Otto Overbeck. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

„Phänomenal“ fand Irene Hanßler die Ansprache: „Er hat mir mit seinem Appell an das demokratische Engagement richtig aus dem Herzen gesprochen.“ Die Zuhörer hätten viele wichtige Denkanstöße des Politikers mitnehmen können.

„Die politische Rede hat mir gut gefallen, das hört man selten so deutlich“, freute sich Roland Hipper, erinnert die Stadt allerdings auch an ihr Programm zur integrierten Stadtentwicklung.
„Die politische Rede hat mir gut gefallen, das hört man selten so deutlich“, freute sich Roland Hipper, erinnert die Stadt allerdings auch an ihr Programm zur integrierten Stadtentwicklung. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

„Viel Herzblut“ hatte Sylvia Keßler aus Hödingen in der engagierten Festrede erkannt. „Das hört man selten so deutlich“, sagte Roland Hipper über die „politische Rede“ Lammerts. Die Stadt will er daran erinnern, vor Jubiläums- und Gartenschaubegeisterung das Konzept der integrierten Stadtentwicklung nicht in der Schublade zu vergessen.

„Ich freue mich auf das ganze Jubiläumsjahr, den Narrentag und vor allem die vielen Konzerte“, sagt Luisa Lohner von der Jugendkapelle, die am Eingang Faltblätter der Stadtkapelle verteilte.
„Ich freue mich auf das ganze Jubiläumsjahr, den Narrentag und vor allem die vielen Konzerte“, sagt Luisa Lohner von der Jugendkapelle, die am Eingang Faltblätter der Stadtkapelle verteilte. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Michael Wilkendorf ist „vom feinen Humor“ Lammerts berührt, Neu-Bürgerin Antje Wilke von dessen Charisma. „Und schwätza kaa der“, lobte Pia von Stark.

„Die Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen“, sagt Sylvia Keßler aus Hödingen: „ich hoffe, dass alles klappt und es keine Pannen gibt.“
„Die Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen“, sagt Sylvia Keßler aus Hödingen: „ich hoffe, dass alles klappt und es keine Pannen gibt.“ | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Auch die engagierte und offensive Ansprache von Oberbürgermeister Jan Zeitler kam zumindest bei vielen Zuhörern gut an, wie der Applaus zeigte. Jutta Patzel, Frau des verstorbenen früheren Oberbürgermeisters Klaus Patzel, freute sich zu sehen, wie sich Zeitler auf das Jahr freut. „Das wird wunderbar.“

„Wenn Herr Lammert eine Rede hält, wollte ich mir das schon anhören“, sagt der Überlinger Mediziner Harald Rissom auf dem Weg zum ‚Public Viewing‘ in den Ratssaal.
„Wenn Herr Lammert eine Rede hält, wollte ich mir das schon anhören“, sagt der Überlinger Mediziner Harald Rissom auf dem Weg zum ‚Public Viewing‘ in den Ratssaal. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Jutta Patzel widersprach jedoch dem vermittelten Eindruck, als seien Bürger, die die Stadtpolitik kritisieren, „aus Egoismus“ motiviert. Überlingen lebe doch von seiner engagierten Bürgerbeteiligung, „das ist nicht alles Allefanz“, und auch wenn gegen Entscheidungen geklagt werde, sei das in Ordnung.

Jutta Patzel, die Frau des verstorbenen früheren Oberbürgermeisters Klaus Patzel, beim Neujahrsempfang 2020.
Jutta Patzel, die Frau des verstorbenen früheren Oberbürgermeisters Klaus Patzel, beim Neujahrsempfang 2020. | Bild: Hilser, Stefan

Die Veranstaltung wurde live in den Ratssaal übertragen, etwa 50 Zuschauer waren dort. „Die Rede von Herrn Lammert wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen“, sagte Harald Rissom, der keine Karte für den Kursaal erhalten hatte und stattdessen ins Rathaus gekommen war.

Bild: Hilser, Stefan
Wünschten sich gegenseitig ein frohes neues Jahr: Hermann Keller (links) und Michael Wilkendorf.
Wünschten sich gegenseitig ein frohes neues Jahr: Hermann Keller (links) und Michael Wilkendorf. | Bild: Hilser, Stefan
Voller Kursaal beim Neujahrsempfang, den gerne noch mehr Überlinger besucht hätten. Doch fehlt dafür der Stadt ein geeigneter Saal mit mehr Plätzen.
Voller Kursaal beim Neujahrsempfang, den gerne noch mehr Überlinger besucht hätten. Doch fehlt dafür der Stadt ein geeigneter Saal mit mehr Plätzen. | Bild: Hilser, Stefan