Fast 42 Jahre ist es her, dass Ernst Werz das erste Mal Blut spendete. Es war am Mittwoch, dem 10. November 1976 in Überlingen. Der Beginn einer „außergewöhnlichen und unglaublichen Leistung“, wie es Oberbürgermeister Jan Zeitler ausdrückte. Denn mittlerweile sind daraus 150 Termine mit 75 Litern gespendetem Blut geworden.

Bis zu sechs Mal jährlich möglich

Werz wurde dafür gemeinsam mit 34 weiteren Bürgern im historischen Rathaussaal ausgezeichnet. Zeitler und Reinhard Ebersbach, Vorsitzender der DRK-Ortsgruppe, gratulierten den Spender. Die Blutspendetermine werden vom Roten Kreuz organisiert.

OB Jan Zeitler (hinten, Mitte) und DRK-Ortsvorsitzender Reinhard Ebersbach (links) zeichneten im Rathaus mehrere Blutspender aus.
OB Jan Zeitler (hinten, Mitte) und DRK-Ortsvorsitzender Reinhard Ebersbach (links) zeichneten im Rathaus mehrere Blutspender aus. | Bild: Kleinstück, Holger

Dass der damals 29-Jährige überhaupt zum Blutspenden ging, war dem Zufall geschuldet. Werz hatte gerade Urlaub, las in der Zeitung vom Blutspendetermin und dachte sich: "Komm, da geh ich einfach mal hin."

Ab diesem Zeitpunkt erschien der gelernte Maschinenschlosser regelmäßig bei den Terminen, um Blut zu spenden. Anfangs bloß zwei Mal im Jahr, denn zwischen den Spenden musste ein Zeitraum von mindestens einem halben Jahr liegen. Mittlerweile ist das Spenden bis zu sechs Mal jährlich möglich.

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Da Werz im Außendienst tätig und häufig unterwegs war, hatte er oft nur am Wochenende die Gelegenheit zum Spenden. Deshalb suchte er sich Termine an Freitagen heraus, weshalb er auch in Markdorf oder in Frickingen sein Blut ließ. „Blut zu spenden schadet mir nicht. Wenn ich gesund bin – warum soll ich dann Mitmenschen nicht helfen?“, sagt Werz.

Der Überlinger Rekordspender rät allen, die noch nie gespendet haben, es wenigstens einmal zu probieren. Allein schon um zu wissen, ob man gesund sei oder welche Blutgruppe man habe. „Nach dem Blutspenden geht es mir immer gut“, bekräftigt Werz. Und er betont, dass der kleine Pieks nichts ausmache. „Nur eine Stunde Zeit muss man eben jedes Mal mitbringen“, erzählt Werz.

Seltene Blutgruppe

Er hat die seltene Blutgruppe 0 negativ und ist als Spender deshalb besonders gefragt. „Da ist man froh, wenn im Notfall auch Blut zur Verfügung steht“, sagt er über die Bedeutung des Spendens.

Deshalb, so der heute 71-Jährige, sollten alle mit seltener Blutgruppe ab und zu mal zum Spenden gehen. Die Ehrung der Stadt bewertet Werz als sinnvoll. Es könne für andere einen Ansporn sein, auch einmal eine hohe Spendenzahl zu erreichen. Nochmals ausgezeichnet wird Ernst Werz nicht, denn das Höchstalter für Blutspender liegt bei 73 Jahren.

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OB Jan Zeitler sagte, die Ehrung der Blutspender sei ein Anlass, „der uns wieder daran erinnert, wie wichtig Blutspenden ist“. An die Blutspender gerichtet, betonte er: „Sie sind ein Vorbild für andere, um sie zum Dienst an der Gesellschaft zu animieren." Reinhard Ebersbach sagte, Blutspender seien Menschen, die nicht fragten, was Stadt oder Land für sie tun könne, sondern die bereit seien, für den anderen da zu sein. „Diese Frage haben Sie für sich mit jeder Blutspende beantwortet: dass Sie einfach für den Nächsten, den Sie gar nicht kennen, das Wertvollste spenden, was es gibt.“

Nächste Möglichkeit zur Blutspende in Überlingen am Donnerstag, 18. Oktober, von 15 bis 19.30 Uhr im Helios-Spital.