Sommer, Ferien, Sonnenschein – während viele Menschen die hohen Temperaturen in ihrem Urlaub genießen, bedeutet die anhaltende Trockenheit eine hohe Belastung für die Natur. Viele Landwirte versuchen, mit einer Bewässerung aus Flüssen, Bächen und Seen ihre Pflanzen vor dem austrocknen zu bewahren. Doch das hat Folgen: Die bereits flachen Gewässer verlieren noch mehr Wasser. Das Amt für Wasser- und Bodenschutz hat deshalb die Warnung herausgegeben, dass das Wasser in Flüssen und Bächen im Bodenseekreis knapp wird. Die Folge: Der Lebensraum vieler Wassertiere wird stark eingeengt und die Wassertemperatur steigt. „Vor allem für die Fische ist die Situation mittlerweile kritisch“, sagt Amtsleiter Klaus Ruff. Die landwirtschaftliche Bewässerung sei nur noch eingeschränkt möglich.

Trockenheit ist ein Problem für die Neupflanzungen auf dem LGS-Gelände

Doch ohne Bewässerung geht es derzeit nicht, weiß auch Roland Leitner, Geschäftsführer der LGS GmbH: "Natürlich leiden unsere Pflanzen unter der Trockenheit, das wird noch etwas verstärkt durch den sehr durchlässigen Boden, den wir im Gelände haben." Der Uferpark besteht aus Abraum aus dem Bau der Bahn und dem Bau des Stollens . "Dieser sandige Boden hat nur geringe Kapazitäten was die Wasserhaltung betrifft", erklärt Leitner. Doch man habe für die entsprechende Bewässerung vorgesorgt, indem ein spezielles Pflanzsubstrat eingesetzt und an eine Wasserversorgung auch für die Zeit nach 2020 gedacht wurde: "Der Aufwand für die Stadtgärtnerei den ganzen Park mit einem Wasserfass zu versorgen, wäre zu groß, daher gibt es Wasserleitungen und Hydranten, an die angeschlossen werden kann." Dass die Bäume im Park dennoch etwas leiden, sehe man an der Entwicklung. "Der Zuwachs ist etwas geringer als üblich, die Belaubung ist spärlicher und es ist jetzt schon zu beobachten, dass in Teilen der Laubfall einsetzt, rund zwei Monate früher als in anderen Jahren." Leitner ist dennoch zuversichtlich, dass die Bäume die Hitze gut überstehen werden, "da wir sehr gute Qualitäten verwendet haben und die Bäume auch fachgerecht gepflanzt wurden und entsprechend gepflegt werden".

Wie hier bei der Staudenbepflanzung im westlichen Uferpark, wurde auf dem LGS-Gelände ein spezielles Pflanzensubstrat verwendet, um die Wasserspeicherung im Boden zu verbessern.
Wie hier bei der Staudenbepflanzung im westlichen Uferpark, wurde auf dem LGS-Gelände ein spezielles Pflanzensubstrat verwendet, um die Wasserspeicherung im Boden zu verbessern. | Bild: Deck, Martin

Auch Günter Schöbel bleibt angesichts des sinkenden Pegels des Bodensees noch gelassen. "Nein", sagt der Direktor des Pfahlbaumuseums, für das Museumsdorf sehe er noch keine Bedenken. Der heiße Sommer 2003 hatte dem Museum trockene Füße beschert gehabt. "Doch davon sind wir noch gut einen halben Meter entfernt." Gestern lag der Pegel Konstanz bei 3,38 Metern, täglich sinkt er derzeit um gut einen Zentimeter. "Uns bleibt noch ein ganzer Monat", sagt Schöbel, "und bis dahin wird es hoffentlich ja mal wieder regnen – wobei das schlecht wäre für unser Geschäft". So sieht es auch Cengiz Aktas. "Für uns ist das super", sagt der Betreiber des Ostbads. "Jeder Tag ist ein Badetag."

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Bereits zwei Hitzeschlag-Patienten im Helios-Spital

Doch die Hitze bedeutet nicht nur Spaß, sondern auch eine hohe Belastung für viele Menschen. Im Helios-Spital wurden dieses Jahr bereits zwei Patienten mit der Diagnose Hitzeschlag und Sonnenstich eingeliefert, während es im Vorjhar keinen Fall gab. Die Klinik schätzt sogar, "dass in diesem Jahr mehr Patienten aufgrund von Beschwerden in Zusammenhang mit der Hitze behandelt wurden, auch wenn dies nicht primär der Grund des Krankenhausaufenthaltes war", so Sprecherin Claudia Prahtel.

Auch für die Patienten und die Arbeit im Krankenhaus ist die derzeitige Situation eine Herausforderung. Während die sensiblen Bereiche wie die Operationssäle und die Intensiv- und IMC-Station klimatisiert sind, setze man auf allen anderen Stationen wie in normalen Haushalten auf Lüften in den und heruntergelassene Jalousien am Tag. Für das Pflegepersonal ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten: "Besonders bei älteren Patienten achten wir auf Anzeichen, die auf einen Mangel an Flüssigkeit im Körper hinweisen. Das können Symptome sein wie trockene Haut, trockene Lippen oder eine borkige Zunge, Wesensveränderungen und Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit, Benommenheit, zu wenig Urinausscheidung und auffällige Blutdruckwerte", so Prahtel, die generell empfiehlt auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten.