Überlingen – Nun ist es amtlich: Die Stadt legt ihre Pläne für einen Höhensteg durch den St.-Johann-Graben zur Landesgartenschau endgültig ad acta. Die Kommune hatte mit diesem Vorhaben nicht nur bei den Grundstückseigentümern, sondern insbesondere auch beim Landesdenkmalamt auf Granit gebissen. Die dadurch definitiv frei werdenden Investitionsmittel (605 000 Euro) können von der LGS nun für andere Grünvernetzungsprojekte eingesetzt werden. Denn anders als das eben angelaufene Vorhaben in den Menzingergärten, die vorzeitig in das Budget aufgenommen worden waren, sind die Planungen für die Rosenobelgärten und die Villengärten am See bislang noch nicht finanziert. Unter anderem über diese Verschiebungen im Investitionshaushalt für die Landesgartenschau muss der Gemeinderat am kommenden Mittwoch in einer außerplanmäßig einberufenen Sitzung beraten. Verschoben werden sollen auch die Mittel, die bislang für den Seesportplatz vorgesehen waren (225 000 Euro).

So hätte der Höhensteg aussehen können. Nun ist das Prestigeprojekt aber vom Tisch.
So hätte der Höhensteg aussehen können. Nun ist das Prestigeprojekt aber vom Tisch. | Bild: Schönlein, Ute

Entscheiden muss der Gemeinderat auch über Mehrausgaben im Durchführungshaushalt für die Landesgartenschau bzw. die Verwendung der kalkulierten Mehreinnahmen aus den Eintrittsgeldern. „Diese Einnahmen hatten wir schon im Jahr 2014 erstmals pauschal kalkuliert“, sagt LGS-Geschäftsführer Roland Leitner. Nach dem Beschluss der Eintrittsgebühren im Januar 2018, die mit 18 Euro gleich bleiben sollen wie die aktuellen in Lahr, wurden die erwarteten Einnahmen mit den Erfahrungswerten bei den Besucherzahlen neu ermittelt. „Wir bleiben hier zunächst bei den bisher angenommenen 775 000 Besuchern“, erklärt Leitner.

Damit wird es auch erträglich, dass das Budget für den Durchführungshaushalt von den 2014 angesetzten 10,5 Millionen Euro nun auf gut 12,8 Millionen Euro klettert. „Das überrascht nicht und ist im Grund bei allen Gartenschauen ähnlich“, sagt Leitner. Bei der letzten abgerechneten Veranstaltung in Öhringen (2016) seien Ausgaben und Einnahmen von angesetzten 10 auf rund 14 Millionen Euro gestiegen. „Am Ende kam eine schwarze Null heraus.“

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Doch muss die LGS dies dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen. Von der Stadt sind jedoch schon bisher und nach den neuen Zahlen 2 Millionen Euro als Zuschuss vorgesehen. Erst mit den nun errechneten Mehreinnahmen lassen sich die besonderen Merkmale der ersten Gartenschau am See richtig zur Geltung bringen und die speziellen Seeprojekte ohne Deckungslücke finanzieren. Dazu gehören unter anderem die vorgesehene Seebühne auf dem Wasser, die verschiedenen Pontons und sogenannte Bojenprojekte für Schulen. „Inzwischen sind wir bei den technischen Lösungen, aber auch bei den Kosten etwas weiter“, betont Roland Leitner. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese Bühne auch wie gewünscht genehmigt bekommen.“

Dennoch skizzieren die LGS und die Kämmerei dem städtischen Gremium gemeinsam noch einmal zwei Szenarien mit den vermeintlichen Risiken. Der Verzicht auf die seetypischen Besonderheiten und die erhoffte Attraktivität als Alleinstellungsmerkmal scheint allerdings keine echte Alternative zu sein.